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Gestern Billigflieger, heute nicht; Air Berlin vom Senat aufgewertet.
Flugzeug von Air Berlin am Flughafen Fuhlsbüttel

Stephan Jersch

Airport Hamburg fliegt weiter in die Sackgasse

Senat und Flughafengesellschaft setzen weiterhin auf Hamburg als Billigflug-Airport und backen sich zur Rechtfertigung ihre Statistiken selber. Das belegt die Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft zum „Hamburger Flughafen als Flugdiscounter“ (Drs. 21/2234). So hat die Flughafengesellschaft, um den Anteil der umstrittenen Billigflieger statistisch zu verringern, AirBerlin und TUIFly aus der Liste der LowCost-Flieger entfernt.

„Folgt man dieser verfälschenden Methode, nutzen nur 13 Prozent der Fluggäste ab Hamburg Billigflieger, die in besonders hohem Maße für Fluglärm und Luftverschmutzung verantwortlich sind“, kritisiert Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion. „Rechnet man diese Billiganbieter aber dort mit, wo sie hin gehören, kommt man auf die realen Zahlen: 45 Prozent Discount-Fluggäste.“

Senat und Flughafengesellschaft setzen weiterhin auf Hamburg als Billigflug-Airport und backen sich zur Rechtfertigung ihre Statistiken selber. Das belegt die Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft zum „Hamburger Flughafen als Flugdiscounter“ (Drs. 21/2234). So hat die Flughafengesellschaft, um den Anteil der umstrittenen Billigflieger statistisch zu verringern, AirBerlin und TUIFly aus der Liste der LowCost-Flieger entfernt.

„Folgt man dieser verfälschenden Methode, nutzen nur 13 Prozent der Fluggäste ab Hamburg Billigflieger, die in besonders hohem Maße für Fluglärm und Luftverschmutzung verantwortlich sind“, kritisiert Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion. „Rechnet man diese Billiganbieter aber dort mit, wo sie hin gehören, kommt man auf die realen Zahlen: 45 Prozent Discount-Fluggäste.“

Als umweltpolitischen Skandal bezeichnet es Jersch, dass selbst innerdeutsche Verbindungen in den letzten zehn Jahren um 16 Prozent zugenommen haben: „Um das zu rechtfertigen, rechnet die Flughafengesellschaft die Flugreisezeiten gegenüber der Bahn schön und unterschlägt dabei ganz locker die Vor- und Nachlaufzeiten am Flughafen. Tatsächlich kommen die 75 Minuten reiner  Flugzeit nach Frankfurt mit Einchecken, Sicherheitskontrolle und Gepäckausgabe auf reale Zeiten, die durchaus in der Größenordnung der Bahnverbindung mit 224 Minuten liegen.“ Nicht ohne Grund empfehle der Flughafen Urlaubsreisenden, zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Doch die
Flughafengesellschaft sei „blind und taub für die Erfordernisse unserer Zeit“ , bemängelt der Umweltpolitiker. „Sie lebt im Gestern und versucht, das Ganze noch mit Manipulationen der Statistik
zu beschönigen.“

Wer den Klimawandel begrenzen und die Bevölkerung schützen wolle, müsse endlich auch handeln:
„Der Senat muss Fuhlsbüttel, Deutschlands einzigen Stadtflughafen, endlich so gestalten, dass er
den Anforderungen unserer Zeit entspricht und ökologisch und umweltverträglich aufgestellt wird“, fordert Jersch. „Die Orientierung auf den Billigflugsektor ist eine Sackgasse, die Hamburg ins Abseits
befördert und auf dem fortdauernden Leiden der Bevölkerung aufgebaut ist.“