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Verlagsgebäude Hamburger Morgenpost (Foto: San Andreas CC BY-SA 3.0)
Verlagsgebäude Hamburger Morgenpost

Stephan Jersch

Alles tun, um die Mopo zu retten!

Unternehmerische Willkür statt Mut: Für Du Mont scheint die Morgenpost nichts weiter zu sein als ein Asset, das man fallenlassen kann, wenn's einem nicht mehr gefällt. Egal, was das für die Mitarbeiter und für die demokratische Kultur in der Stadt heißt.

Philip M. Froben, Mit-Geschäftsführer der Hamburger Morgenpost und DuMont Rheinlands, hat heute auf einer Mitarbeiterversammlung auf Nachfragen erklärt, dass eine Schließung der „Hamburger Morgenpost“ vorstellbar ist. Für Stephan Jersch, den medienpolitischen Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, wäre das eine Katastrophe: „Eine Schließung der MOPO wäre nicht nur für die Kolleginnen und Kollegen dramatisch, sondern auch für die demokratische Kultur in dieser Stadt.“

Seit Dezember 2018 versucht DuMont, sein Zeitungsgeschäft in Köln, Halle, Berlin und Hamburg zu verkaufen, aber bisher ohne ein Gesamtergebnis. Nach dem Verkauf des Berliner Verlages im September 2018 wurde jetzt von DuMont erklärt, dass der Kölner Standort in der Gruppe verbleibt. Zur Mitteldeutschen Zeitung und zur Hamburger Morgenpost aber gebe es noch keine Entscheidung.

„Ich habe kein Verständnis dafür, dass sich DuMont zum 70. Geburtstag der MOPO erst im Hamburger Rathaus feiern lässt, und nur zwei Monate später diese unfassbare Nummer abzieht“, sagt Jersch. Zum Jubiläum im Hamburger Rathaus am 16. September 2019 waren sogar die beiden Eigner der DuMont-Mediengruppe, Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte, angereist. „Vor diesem Hintergrund klingt die heutige Äußerung des MOPO-Geschäftsführers noch zynischer", sagt Jersch.

Jetzt müsse alles getan werden, um die MOPO zu retten. Dabei sollten auch außergewöhnliche Lösungen erwogen werden. „Angesichts der Rolle, welche die MOPO für die Öffentlichkeit und die Meinungsbildung in Hamburg einnimmt, sollten wir darüber nachdenken, eine Art öffentliche MOPO zu schaffen“, meint Jersch. „DuMont müsste nur ein entschuldetes Unternehmen übergeben und für den angerichteten wirtschaftlichen Schaden natürlich zur Kasse gebeten werden."

Lizenzinformation zum Foto: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de