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Die MS Deutschland bei den Cruise Days 2008 (nach einem Foto von Frank Müller CC-BY-SA 2.0)

Stephan Jersch

„Cruise Days“: Klimakillen nur zum Spaß

Völlig aus der Zeit gefallen: Die Cruise Days mit ihrem verheerenden Klimabilanz.

An diesem Wochenende lädt die Hamburg Tourismus GmbH erneut zum Kreuzfahrtspektakel „Cruise Days“ ein. Was sie einmal mehr verschweigt, ist die verheerende Klimabilanz der Kreuzfahrtindustrie und ihre konkreten Auswirkungen auf die Atemluft in Hamburg. Darauf wies die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft heute bei einer Protestaktion am Hamburger Hafen hin. „Kreuzfahrtschiffe pusten in Hamburg 200 Tonnen Stickoxide jährlich in die Luft. Fast ein Fünftel der Feinstaubbelastung in unserer Stadt geht auf ihr Konto“, sagt Norbert Hackbusch, hafenpolitischer Sprecher der Linksfraktion. Kritik übt er dabei besonders an den Reedereien: „Wirksame Schadstoff-Filter haben die wenigsten, die Landstromversorgung ist den meisten zu teuer. Lieber lassen sie die Motoren laufen, und blasen so auch ohne Fahrt Schadstoffe in die Luft.“

Allein in diesem Jahr laufen 192 Kreuzfahrtschiffe Hamburg an. „Diese Schadstoffschleudern parken praktisch vor den Wohnzimmern der Menschen. Ihr Dieselruß erhöht erheblich das Risiko, an Krebs zu erkranken, und verursacht Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen“, sagt Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion. „Der Senat lässt die Branche nicht nur weitgehend gewähren, er fördert sie sogar – anstatt die Luftqualität, die Gesundheit der Hamburger_innen und das Klima zu schützen und zu verbessern.“

DIE LINKE fordert, wirksame Abgasfilter zur Voraussetzung für alle Kreuzfahrtschiffe zu machen, die Hamburg anlaufen wollen. Außerdem müssen die Schiffe verpflichtet werden, ökologischen Landstrom zu nutzen, wenn sie in Hamburg vor Anker liegen. Jersch: „Show-Veranstaltungen helfen nicht. Wenn der Senat beim Klimaschutz ernstgenommen werden will, muss er dieses Problem sofort anpacken.“