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Stephan Jersch

Freibad Wiesenredder: Senat hält an Schließung fest

Hier zeigt sich der Konflikt zwischen Wohnungswirtschaft und naturnahen Erholungsmöglichkeiten besonders krass.

Mit dem Freibad Wiesenredder in Rahlstedt soll das letzte öffentlich betriebene Sommerbad im Bezirk Wandsbek im Jahr 2020 geschlossen werden. Als Ersatz bietet der Senat ein erheblich kleineres Außenbecken mit wesentlich kleinerer Liegefläche am Standort des Hallenbades Rahlstedt an. Senat und Bäderland argumentieren, dass öffentliche Sommerbäder nicht mehr gewinnbringend zu führen sind.

Dazu Stephan Jersch, bezirkspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Bäderland argumentiert, dass das jetzige Freibad-Becken zu teuer sei und das kleinere Außenbecken von 25 x 17 m effektiver und wirtschaftlicher betrieben werden kann. Der Betrieb von Hallen- oder von Freibädern ist eine öffentliche Aufgabe. Der Senat darf sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Es ist auch ein Unding, wenn mit falschen Daten operiert wird. So behauptet Bäderland, dass Freibäder durchschnittlich nur 15 bis 20 Tage pro Jahr nutzbar seien.“

Völlig offen ist auch, ob es schon Verkaufsverhandlungen gegeben hat, ein Anhandgabevertrag abgeschlossen wurde und welche Konditionen im Gespräch sind. Auf der Fläche des Freibades vorgesehen ist bekanntlich der Bau von 130-150 Wohnungen. Eine Reduzierung der Anzahl der Wohnungen mit dem Ziel das Freibad zu erhalten, lehnt der Senat ebenfalls ab. Das Außenbecken mit Liegefläche am Standort Hallenbad wird auf dem angrenzenden Spielplatz errichtet. Hierfür werden 3,9 Millionen € veranschlagt.

Gerhard Brauer, Bezirksabgeordneter der LINKEN und Vorsitzender im Sozialausschuss Wandsbek: „Die Stadt sollte aus sozialer Verantwortung auf keinen Fall auf das Freibad Wiesenredder verzichten. Das Freibad liegt zwischen den RISE-Gebieten Großlohe und Rahlstedt-Ost. Es ist an dem Standort eine wichtige Sport- und Freizeiteinrichtung für Jugendliche und Familien, insbesondere an den Sommerwochenenden und in den Ferien.“