Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Kläranlagen schaffen es nicht, Medikamente aus dem Trinkwasser zu entfernen. (Foto: Bin im Garten/wikimedia)
Kläranlagen schaffen es nicht, Medikamente aus dem Trinkwasser zu entfernen. (Foto: Bin im Garten/wikimedia)

Stephan Jersch

Medikamente im Grundwasser: Viele weitere Schritte sind nötig

Seit Jahren bekannt und nun endlich von der zuständigen Behörde angegangen: Das Problem der Medikamtenreste in Hamburgs Trinkwasser. Stephan Jersch und Deniz Celik, umwelt- und gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion Die LINKE in der Bürgerschaft, fordern aber noch mehr Maßnahmen als die jetzt angekündigten.

Mit einer Aufklärungskampagne will Umweltsenator Kerstan gemeinsam mit Hamburg Wasser und den Apotheken die Entsorgung von Medikamenten ins Abwasser eindämmen. „Das Problem ist lange bekannt, nicht nur in der Fachwelt. Seit der ersten offiziellen Feststellung der Gefahren durch Arzneimittel im Grundwasser hat es fast zwei Jahre gedauert, bis der Umweltsenator reagiert hat“, kritisiert Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Nach Kerstans erstem richtigen, aber sehr kleinen Schritt müsste Hamburg im Interesse sicheren Grundwassers noch viel weiter gehen, zum Beispiel durch eine Beteiligung der Pharmaindustrie mit ihren immensen Gewinnen vor allem an der Ursachenverhinderung,  aber auch an der Folgenbeseitigung. Trinkwasser mit medizinischer Indikation darf es nicht geben.“

Im Zentrum der Aufklärung über die Gefahren der unsachgemäßen Entsorgung von Arzneimitteln stehen die Apotheken und Ärzt_innen der Stadt. „Die Regelung, dass Apotheken nicht mehr benötigte Arzneimittel zurücknehmen müssen, hat die schwarz-gelbe Bundesregierung 2009 in ihrem Deregulierungswahn aufgekündigt“, erinnert Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion. „Die Wiedereinführung dieser sinnvollen Regelung könnte nicht nur der Entsorgung durchs Klo entgegenwirken, sondern auch eine  breit angelegte Verwendung nicht abgelaufener Medikamente zum Beispiel in der Nichtseßhaftenhilfe ermöglichen.“