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Ob Blohm+Voss durch den Bau von Kriegsschiffen gerettet werden kann, muss bezweifelt werden. (Foto: fsHH/pixabay)
Ein Kriegsschiff auf dem Trockendock.

Stephan Jersch

Nationale Maritime Konferenz: Hamburg muss Hafenarbeiter_innen eine Perspektive bieten!

DIE LINKE stellt sich gegen die Vernichtung und Auslagerung von Arbeitsplätzen im Hafen und hinter die Hafenarbeiter, viele von ihnen vom Stellenabbau bedroht, die für eine faire Behandlung demonstriert haben. Zudem kritisiert sie, dass Reeder hohe Subventionen einstreichen und trotzdem ausflaggen und dass Blohm+Voss ausgerechnet mit dem Bau von luftverschmutzenden Kriegsschiffen gerettet werden soll.

Heute tagt die 10. Nationale Maritime Konferenz in Hamburg unter dem Motto "Chancen der Digitalisierung für die maritime Wirtschaft", am Montag haben Hafenarbeiter_innen vor Blohm+Voss gegen den Stellenabbau durch die Digitalisierung und Automatisierung im Hafen demonstriert.

Deniz Celik, arbeitsmarkt- und gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, erklärt dazu: "Es darf nicht sein, dass der Senat, wie schon bei der Abwicklung des Buss Hansa Terminals, die Lohnabhängigen beim Verkauf von Blohm+Voss im Regen stehen lässt! Während den Reedern Kredite in dreistelliger Millionenhöhe erlassen werden, sieht Rot-Grün tatenlos zu, wie Arbeitsplätze vernichtet oder ausgelagert werden. Hamburg braucht ein Hafenkonzept, das dem Aussterben der Werften ein Ende bereitet und den Werftarbeitern eine Perspektive bietet."

DIE LINKE unterstützt die Forderung der Gewerkschaft Verdi, das Laschen der Container auf Feederschiffen nur noch durch Hafenarbeiter_innen erledigen zu lassen. "Der Senat muss dieses bisherige Verfahren durch eine Festschreibung in der Hafenbenutzungsordnung für die Zukunft sicherstellen", so Celik. Außerdem müsse auf der Maritimen Konferenz auch über die "nicht nur im Zuge der Digitalisierung immer nötiger werdende Arbeitszeitverkürzung bei Lohnausgleich" geredet werden.

Stephan Jersch, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, dazu: "Dass Reeder trotz Ausflaggungen und Veränderungen der Schiffsbesetzungsregelungen, die zum Nachteil der nach inländischen Tarifen bezahlten Seeleute erfolgen, hohe Subventionen bekommen, geht gar nicht mehr!" Zum Argument, Blohm+Voss könne durch den Bau weiterer Kriegsschiffe gerettet werden, erklärt Jersch: "Angesichts der von Schiffen verursachten Luftverschmutzung muss die Bundesregierung mit den deutschen Werften zusammen in die Entwicklung besserer und moderner Antriebstechniken investieren. Das wäre nachhaltiger, als nur auf den schillernden Anblick einer stolzen Flotte auf den Weltmeeren zu setzen."