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Stephan Jersch

Stickoxid-Belastung: Hamburg braucht mehr Messstationen

Die Maßnahmen des Senats zur Minderung des Luftschadstoffs Stickstoffoxide reichen bei weitem nicht aus, um die Gift-Belastung der Atemluft in Hamburgs Innenstadt ausreichend zu verringern. Wegen zu weniger Messstationen fängt das schon bei der Feststellung an, wo überall die Grenzwerte überschritten werden.

Messungen der Deutschen Umwelthilfe ergeben, dass das Stickoxid-Problem weitaus größere Gebiete betrifft als vom Senat bisher eingeräumt. Das berichtet das Abendblatt in seiner heutigen Ausgabe. „Es ist leider nichts neues, dass der Senat die Belastungswerte für Hamburgs Quartiere allein auf Basis einer Handvoll Messstationen hochrechnet“, erklärt dazu Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Die neuesten Messungen der Umwelthilfe bringen ihn nicht zum ersten Mal in Erklärungsnot. Weiterhin gilt: Hamburg braucht keine politisch geprägten Hochrechnungen, sondern eine ehrliche Messkampagne zur Luftverschmutzung, braucht valide Daten und dafür wesentlich mehr Messstationen.“

Das gelte auch für die stark Stickoxid-belastete Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee, wo in Zukunft kleine Abschnitte für Dieselfahrzeuge gesperrt werden sollen. „Es ist zu befürchten, dass dann viele Dieselfahrer auf umliegende Nebenstraßen ausweichen und so die extreme Schadstoffbelastung verlagern, ohne sie zu verringern“, so Jersch. Doch die Umsetzung bisheriger oder Aufstellung neuer Messstationen entsprechend der sich dann verändernden Verkehrsströme plant der Senat nicht: Er will die bestehenden zwei Stationen in den Verbotszonen belassen, bis dort dauerhafte Grenzwertunterschreitungen nachgewiesen sind. Erst danach sollen die Standorte evaluiert werden, wie es in der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion (Drs. 21/12305) heißt.  „Wer ein realistisches Bild der Schadstoffbelastung bekommen will, muss auch die absehbaren Ausweichstrecken für Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee in die Messungen einbeziehen“, fordert Jersch. „Und zwar sofort, damit die Belastung vor und nach dem Erlass der Fahrverbote verglichen werden kann.“

Die beantwortete Anfrage der Fraktion DIE LINKE finden Sie  unten verlinkt.

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