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Autoreifen: Kautschuk und soziale Lage

Die menschenunwürdigen Zustände bei der Kautschukproduktion sind hinlänglich bekannt und haben mich zu der Anfrage nach der Nutzung von runderneuerten Reifen in Hamburg gebracht. Runderneuerte Reifen sind heutzutage Qualitätsprodukte, die helfen den Bedarf an Kautschuk zu reduzieren. Die Reifenproduktion ist der größte Kautschukabnehmer und für die erbärmlichen sozialen Verhältnisse bei der Kautschukgewinnung mitverantwortlich.

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage „Wohin verschwinden die ‚alten‘ Reifen in Hamburg und hat der Senat etwas gegen runderneuerte“ (Drs. 22/4986) ist hier als PDF online. Hier bereits mit den Antworten

Grundsätzlich verhalten sich der Senat und die großen städtischen Betriebe fast schon vorbildlich. Einzig bei Leasingfahrzeugen wird die Erstausstattung des Leasinggebers mit Neureifen genommen und, die kurzen Verwendungszeiten dieser Fahrzeuge berücksichtigt, es kommt selten bis zu einem Reifenwechsel.

Der Anteil der eingesetzten runderneuerten Reifen ist bei der Stadtreinigung, die diese für die Großfahrzeuge einsetzt, sehr hoch, bei der Hochbahn sind es 63 Prozent und nur der Flughafen könnte bei nur 10 Prozent runderneuerten Reifen gerne noch nachlegen. Allerdings kann der Senat zu mehr Betrieben der Stadt nichts sagen.

Hintergrund zu der Schriftlichen Kleinen Anfrage: 

Die Stadt und im weiteren Sinne städtische Unternehmen sind mit ihren Fuhrparks Reifengroßabnehmer und wegen der Abnutzung von Reifen auch große „Verbraucher“. Zu nennen sind zum Beispiel die Polizei sowie die Feuerwehr, HHA und VHH, HPA und so weiter.

Ein Großteil des weltweit produzierten Kautschuks dient zur Produktion von Autoreifen. Heute stellt zwar Naturkautschuk weniger als die Hälfte des produzierten Kautschuks, spielt wegen seiner Beschaffenheit allerdings in der Reifenproduktion weiterhin eine große Rolle. Naturkautschuk wird vor allem in Asien, unter für hiesige Verhältnisse teils menschenunwürdigen Bedingungen, gewonnen.

Vor allem im Gewerbemüllaufkommen dürften Altreifen ein nicht zu unterschätzender Anteil sein. Allein in Deutschland fallen jedes Jahr knapp 60 Millionen Altreifen an. Und nur etwa die Hälfte der ausgedienten Pneus wird zum Beispiel zu Gummigranulat verarbeitet, das in Sportparks als sogenannter Kunstrasen und Laufbahn zum Einsatz kommt oder für Dämmmatten gemischt wird.

Neben der sogenannten Entsorgung beziehungsweise thermischen Verwertung von abgefahrenen Reifen ist die Runderneuerung eine technische (Wieder-)Verwertungsmöglichkeit.

Runderneuerte Reifen sind Pneus, die aus Gebrauchtreifen hergestellt werden. Dafür kaufen Firmen, die auf die Runderneuerung spezialisiert sind, abgefahrene Reifen auf und tragen auf deren Unterbau, der sogenannten Karkasse, mittels Hitze und Druck, wobei der Gummi durch Vulkanisation vom plastischen in den elastischen Zustand übergeht, eine neue Laufflächenmischung mit neuem Profil auf.

Waren runderneuerte Pneus im geteilten Deutschland nicht nur der Nachkriegsjahre noch weit verbreitet, sind sie mit unter 5 Prozent Marktanteil heute ein Nischenprodukt geworden. Runderneuerte Reifen könnten aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht aber wieder interessanter werden, wird doch 70 bis 80 Prozent weniger Kautschuk als bei Neureifen benötigt. Generell verbrauchen Runderneuerer nach eigenen Angaben auch 80 Prozent weniger Wasser als bei der Neureifenherstellung, 70 Prozent weniger Rohöl und insgesamt 50 Prozent weniger Energie (vergleiche https://www.adac.de/rundums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifenkauf/runderneuertereifen/ und https://www.ardmediathek.de/wdr/video/die-story/schmutzige-reifen-ein-milliardengeschaeft/wdr-fernsehen/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0 cmFnLTBjMmFlNGJjLTg4NGItNGJkMi1iZTIyLTMwZTlkZjAwNjNmYQ/ )

Der Senat postuliert weniger umweltbelastenden Verkehr, hat sich mit Koalitionsvertrag diesen gar zum Ziel gesetzt.

Es folgen die Fragen... 


Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

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