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„Man überlegt noch“: Klimakiller Sulfurylfluorid (SO2F2) weiter im Einsatz

Während die Klimaziele verschärft werden sollen, um überhaupt noch eine Chance zu haben das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, ist der Einsatz des Klimakillergases SO2F2 weiterhin ohne Einschränkungen möglich. Alle Überlegungen, daran was zu ändern, sind nicht mehr als vage Überlegungen. Einzig der stark zurückgegangene Export von Stammholz im ersten Quartal 2020 hat augenscheinlich zu einem Rückgang der freigesetzten Mengen an SO2F2 geführt.

Mit einer weiteren Anfrage zum aktuellen Stand des Einsatzes von SO2F2 („Umweltkosten oder wirtschaftlicher Benefit – Wer zahlt und wer verdient am Sulfurylfluorid-Einsatz?“, Drucksache 22/4884) hat der Senat nun Auskunft gegeben, wie der Stand nach Veröffentlichung des Gutachtens durch die Technische Universität Hamburg (TUHH) ist.

In der Senatsantwort heißt es, das beauftragte Gutachten wäre lediglich ein Vorgutachten, indem die TUHH (ohne dass es gefordert war) auch noch die wirtschaftlichen Aspekte gegen die Umweltschäden des Einsatzes abgewogen hat. Die TUHH scheint hier deutlich und ohne Anlass über das Ziel hinausgeschossen zu sein. Gleichzeitig ist der Senat nicht bereit, die Umweltkosten des Einsatzes zu beziffern, obwohl es hierzu Rechenmodelle des Umweltbundesamtes gibt – je nach Modell liegen die jährlichen Umweltkosten dabei zwischen 174 Mio. und 605 Mio. Euro im Jahr. Immense Summen, die sofortiges Handeln bedingen würden, es sei denn man nimmt es wie der Senat nicht zur Kenntnis.

Selbst die angestrebte Streichung der Ausnahmeregelung in der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) wird es dann greifen, wenn es ein anwendbares Verfahren zur Neutralisierung der SO2F2-Emissionen gibt. Also bewegt sich auch hier nichts in Richtung einer konkreten Verbesserung der Lage. Besonders unverständlich ist, dass der Senat noch nicht weiß, ob er die Klimawirkung des Einsatzes von SO2F2 (eine 4090-fache Klimawirkung gegenüber CO2) in den Zahlen des neuen Klimaplans mit aufnehmen wird. Auch hier sieht es nach einem eher infantilen Versuch aus, einfach zu ignorieren, was nicht genehm ist.

Da der Zeithorizont für die dringend notwendige Reduzierung der Freisetzung von SO2F2 völlig unklar ist und der Zusammenhang zwischen Stammholzexport und Klimaschaden aus der Antwort des Senats deutlich wird, bin ich der Auffassung, dass man nun auch über den Stammholzexport über den Hamburger Hafen sprechen muss. Das Warten ist der am meisten falsche Weg.


Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

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