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Stephan Jersch

Forschung in Hamburg muss sozial- und umweltverträglich sein

Debatte in der Bürgerschaft zur Ansiedlung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)

.Stephan Jersch DIE LINKE:* Frau Präsidentin,
meine Damen und Herren! Ich greife dem Ganzen
schon einmal vor. Natürlich ist es gut, dass wir die-
sen Sitzort des DLR in Hamburg bekommen und
wir werden dem natürlich auch entsprechend zu-
stimmen und es registrieren. Es ist aber interes-
sant, welche Lobhudeleien hier wieder einmal ab-
gegangen sind: Worte wie Erfolgsgeschichten,
Führungspositionen, Stolz, dankbar und Spitzen-
cluster sind in diesem Zusammenhang gefallen. Es
ist schon ein Wunder, wie Hamburg zum drittgröß-
ten Standort ziviler Luftfahrtindustrie werden konn-
te, ohne Sitzort des DLR zu sein. Das geht aus der
Drucksache nun wirklich nicht hervor, die von Al-
ternativlosigkeit zu diesem Schritt nur so trieft.
Letztendlich ist es aber so, dass dieser wichtige
Cluster, der in der Tat gefördert gehört, natürlich
auch praxistauglich sein muss. Insofern ist es sehr
spannend, dass Sie direkt mit dem MRO-Bereich
anfangen. Lufthansa Technik mit der Abwande-
rung seiner Arbeitsplätze aus der Wartung – die
Lackiererei ist ja schon länger weg – ist natürlich
ein schlechtes Beispiel für die Erfolgsgeschichte
einer solchen Forschungsarbeit. Wenn wir an den
A380 denken, dann ist die Markttauglichkeit von
Forschung in Hamburg natürlich auch nur einge-
schränkt verwertbar. Wir schauen auf das Mühlen-
berger Loch und sehen die Begründung der
A380-Frachtversion, die letztendlich für diesen
Umweltfrevel herhalten musste. Und wir haben das
Zitat des Airbus-Deutschland-Chefs, der das noch
für eine geglückte Zusammenarbeit zwischen Pri-
vatwirtschaft und Staat gehalten hat.

Forschung in Hamburg muss sozial verträglich
sein, sie muss umweltverträglich sein und sie muss
letztendlich auch dem Fortkommen der Freien und
Hansestadt Hamburg dienen. Insofern werden wir
dies natürlich unterstützen und kritisch begleiten.
Denn wenn öffentliche Mittel fließen, dann muss
dem auch ein öffentlicher Auftrag hinterher- oder
vorangestellt werden, dem wir dann verpflichtet
sind, für diese Stadt und für eine soziale Ordnung.
– Danke.

(Beifall bei der LINKEN)


Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

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