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Stephan Jersch

SKA: Der jährliche Erstickungstod der Fische in der Elbe - Verschlimmert Hamburg die Lage?

Unterhaltungsbaggerungen sind ein Grund für schlechte Sauerstoffwerte in der Elbe. Trotzdem kann jederzeit gebaggert werden, egal, wie sauerstoffarm das Elbwasser sein mag. Ob das ein Grund dafür ist, dass es in der Tide-Elbe neuerdings keine Stinte mehr gibt, weiß der Senat indes nicht.

18. Dezember 2018


Schriftliche Kleine Anfrage
des Abgeordneten Stephan Jersch (DIE LINKE) vom 10.12.2018
und Antwort des Senats
- Drucksache 21/15493 -


Betr.:    Der jährliche Erstickungstod der Fische in der Elbe - Verschlimmert Hamburg die Lage?

Alljährlich entwickelt sich im Frühling und Sommer im und vor dem Hamburger Hafen eine für Fische bedrohliche Sauerstoffsituation. Daher soll zwischen dem 1. April und dem 6. November keine Umlagerung von Sedimenten bei Neßsand stattfinden.

Die oft genannten Ursachen für den Sauerstoffmangel sind erhöhte Nährstofffracht aus Richtung Oberlauf und der damit einhergehende erhöhte Sauerstoffverbrauch beim Absterben der Biomasse in tiefen Hafenbecken und in der Fahrrinne. Erhöhte Wassertemperaturen als Folge des Klimawandels können diesen Prozess verstärken.

Des Weiteren wirken sich auch die laufenden Unterhaltungsbaggerungen negativ auf die Sauerstoffwerte aus. Zu niedrige Sauerstoffwerte führen immer wieder zu Fischsterben und werden als eine der Ursachen für die seit Jahren rückläufigen Stintbestände angesehen.

Der Senat beantwortet die Fragen teilweise auf der Grundlage von Auskünften der Hamburg Port Authority AöR (HPA) wie folgt:

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1. Welche Folgen haben laufende Unterhaltungsarbeiten auf die Sauerstoffverhältnisse im und vor dem Hamburger Hafen?

2. Welche aktuellen Untersuchungen liegen der Antwort zu Frage 1 zugrunde?

Die aktuellen Sauerstoffmessungen lassen keinen Einfluss der Unterhaltungsarbeiten auf die Sauerstoffverhältnisse im und vor dem Hamburger Hafen erkennen.

 

3. Ab welchen Sauerstoffwerten wird die Unterhaltungsbaggerung eingestellt und gibt es regelhafte Ausnahmen für bestimmte Baggerarbeiten und -methoden?
a. Wenn ja: Wie werden diese Ausnahmen begründet und wo wird das Material ggf. abgelagert?

Unterhaltungsbaggerungen - unabhängig von der Methode - unterliegen keinen Restriktionen durch Sauerstoffgehalte im Gewässer. Die Umlagerung an der Landesgrenze ist auf die Zeit vom 7. November (in Ausnahmefällen 6. Oktober) bis zum 31. März begrenzt. Eine Verbringung in die Nordsee ist im Rahmen der aktuellen Zulassungen ganzjährig möglich.

 

4. Welche Unterhaltungsarbeiten wurden im Hafen und der Hamburger Delegationsstrecke zwischen dem 15. Mai 2018 und dem 15. Juni 2018 trotz z. T. kritischer Sauerstoffwerte von < 4 mg O2 / l durchgeführt? Bitte Baggermengen und Umlagerungsstellen angeben.

5. Sind die in der Antwort auf Frage 4 aufgeführten Arbeiten jeweils mit Einverständnis der Behörde für Umwelt und Energie erfolgt?

Im Zeitraum 15. Mai 2018 bis15. Juni 2018 wurden im Hamburger Hafen und auf der Hamburger Delegationsstrecke keine Unterhaltungsbaggerungen mit Umlagerung durchgeführt.

 

6. Welche Erkenntnisse und Studien liegen dem Senat und Fachbehörden über die Ursachen und die möglichen Folgen eines Rückgangs des Stintbestandes als zentraler Leitart in der Tideelbe vor?

Zum Stintbestand in der Tideelbe liegen den zuständigen Behörden keine gesicherten Erkenntnisse oder Studien vor.


Stephan Jersch ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher für Wirtschaft, Umwelt und Technologie, Medien- und Netzpolitik, Landwirtschaft, Bezirke, Tierschutz. Er vertritt seine Fraktion in den Ausschüssen für Umwelt sowie Wirtschaft, Innovation, Medien. 

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Büro: Weidenbaumsweg 19, 21029 Bergedorf (Bahnhofsvorplatz)

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