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SKA: Bluten Hamburgs Freibäder langsam aus?

Gemessen an ihren unterjährigen Öffnungstagen hat die Nutzbarkeit von Hamburgs Freibädern in den letzten elf Jahren laut Senat nicht abgenommen.

27. August 2019


 Schriftliche Kleine Anfrage
des Abgeordneten Stephan Jersch (DIE LINKE) vom 19.08.2019
und Antwort des Senats
- Drucksache 21/18083 -


Betr.:    Bluten Hamburgs Freibäder langsam aus?

Beim Betrieb der Freibäder in Hamburg erscheint es, dass deren Betriebszeiten kontinuierlich zurückgehen. So haben sich beim Freibad Marienhöhe die Betriebszeiten mittlerweile halbiert. Hinzu kommt, dass die Zeiten durch eine intransparente Kommunikation für Kundinnen und Kunden immer unzuverlässiger werden. Diese Entwicklung ist der Zukunftsfähigkeit der Freibäder, die ohnehin einem hohen Flächendruck ausgesetzt sind (aktuell zum Beispiel Aschbergbad und Wiesenredder), nicht zuträglich und trägt nicht zur Überlebensfähigkeit bei.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

Bäderland Hamburg (BLH) hält für die Nutzerinnen und Nutzer ein umfangreiches und über das gesamte Stadtgebiet verteiltes Angebot an Freibädern vor. Insbesondere durch die fünf Ganzjahresfreibäder verfügt BLH das ganze Jahr hindurch zu den üblichen Badöffnungszeiten über ein sehr verlässliches und vollkommen wetterunabhängiges Freibadangebot. Darüber hinaus gibt es sechs reine Sommerfreibäder, vier Kombibäder (Hallenbad mit Sommerfreibad) sowie die freibadähnlichen Angebote im Inselpark und im neuen Schwimmbad Ohlsdorf.
Die Beantwortung der Fragen bezieht sich nur auf die sechs reinen Sommerfreibäder, da -anders als die in Verbindung mit einem Hallenbadangebot betriebenen Freibäder- diese saisonalen Sommerfreibäder aufgrund der Wetterabhängigkeit flexibel betrieben werden müssen.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen teilweise auf der Grundlage von Auskünften der BLH wie folgt:

 

1. Wie haben sich die Betriebszeiten (über das Jahr und pro Tag) der Freibäder in Hamburg seit 2008 entwickelt? Bitte pro Freibad (gegebenenfalls bis zu dessen Einstellung des Badebetriebs) und Jahr sowie Zeiträume zwischenzeitlicher Schließungen in der Saison anführen.

Reine Sommerfreibäder   2008 2009 2010 2011 2012  
Naturbad Stadtparksee Betriebszeit: 10.05.-31.08 25.04-11.09 22.05-25.08 22.04-28.08 21.05-10.09  
  Betriebstage: 90 122 87 111 104  
Freibad Aschberg Betriebszeit: 10.05.-31.08 23.05-01.09 02.06-23.08 02.06-29.08 22.05-31.08  
  Betriebstage: 76 84 75 69 78  
Freibad Marienhöhe Betriebszeit: 10.05.-31.08 23.05-01.09 02.06-23.08 11.05-29.08 22.05-31.08  
  Betriebstage: 97 89 81 72 95  
Freibad Osdorfer Born Betriebszeit: 10.05.-31.08 23.05-01.09 05.06-23.08 02.06-29.08 22.05-31.08  
  Betriebstage: 91 84 78 69 82  
Freibad Rahlstedt Betriebszeit: 10.05.-31.08 23.05-01.09 02.06-23.08 02.06-29.08 22.05-31.08  
  Betriebstage: 91 89 80 72 93  
Freibad Neugraben* Betriebszeit:            
  Betriebstage:            
               
Fortsetzung:   2013 2014 2015 2016 2017 2018
Naturbad Stadtparksee Betriebszeit: 29.04-09.09 17.05-05.09 11.05-31.08 05.05-16.09 03.05-05.09 04.05-09.09
  Betriebstage: 115 109 110 125 108 128
Freibad Aschberg Betriebszeit: 06.06-31.08 20.05-22.08 04.06-31.08 03.06-10.09 26.05-31.08 19.05-01.09
  Betriebstage: 85 90 77 79 82 95
Freibad Marienhöhe Betriebszeit: 06.06-31.08 20.05-22.08 04.06-31.08 04.05-11.09 26.05-31.08 19.05-06.09
  Betriebstage: 86 94 77 86 83 104
Freibad Osdorfer Born Betriebszeit: 06.06-31.08 20.05-21.08 04.06-31.08 03.05-31.08 27.07-31.08 30.05-01.09
  Betriebstage: 86 90 77 80 35 84
Freibad Rahlstedt Betriebszeit: 06.06-31.08 20.05-26.08 04.06-31.08 03.06-04.09 26.05-31.08 02.06-06.09
  Betriebstage: 86 90 77 84 80 82
Freibad Neugraben* Betriebszeit: 19.05-31.08 17.05-31.08 04.06-31.08 03.06-03.09 26.05-30.08 20.05-06.09
  Betriebstage: 83 79 64 67 67 93

*Das Freibad Neugraben wird nicht durch BLH betrieben

Daten über Betriebsstunden/Tag liegen elektronisch nicht vor und konnten in der für die Beantwortung der Schriftlichen Kleinen Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit nicht ermittelt werden.

 

2. Wie hat sich die Personalsituation der Freibäder seit 2008 entwickelt? Bitte in VZÄ und Stellen insgesamt aufführen.

3.    Sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Teile der Beschäftigten nur für die Badesaison angestellt beziehungsweise nur für den Einsatz in einem einzelnen Freibad?
a.    Wenn ja, bitte aufschlüsseln.

Für das erweiterte Badangebot in der Freibadsaison werden insgesamt rund 50 bis 60 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Saison benötigt und eingesetzt. Sie werden je nach Bedarf, Witterung und Besucheraufkommen im Rahmen eines personellen Einsatzverbundes flexibel auf Hallenbäder und Freibäder verteilt. Diese Vorgehensweise betrifft alle Saisonzeiten seit 2008.

Dieser flexible Einsatz, der z.B. auch die Herrichtung des Freibades vor Saisonbeginn oder den witterungsbedingten Einsatz im Hallenbad umfasst, lässt sich in VZÄ und Stellen nicht sachgerecht darstellen.

 

4. Wer legt die Öffnungs- und Saisonzeiten der Freibäder fest?

Dies geschieht durch BLH auf Basis von Witterungsverhältnissen und Erfahrungswerten.  

 

5. Wie werden Öffnungszeiten und Änderungen von Öffnungszeiten (sowohl saisonal wie täglich) gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert?

Die Kommunikation erfolgt über die BLH - Homepage, durch Aushänge im Bad, Telefonansagen und darüber hinaus persönlich über die Telefonhotline.

 

6.    Besteht seitens Bäderland Hamburg oder der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) eine Konzeption zur Bestandssicherung beziehungsweise Entwicklung speziell der Freibäder?
a.    Wenn ja, ist diese öffentlich beziehungsweise einsehbar? Bitte die Quelle nennen.

Hamburg arbeitet mit dem städtischen Betreiber Bäderland seit Jahren erfolgreich daran, insbesondere das Angebot ganzjährig nutzbarer Bäder zu verbessern und die ganzjährig für das Baden zur Verfügung stehende Wasserfläche zu vergrößern. Sommerfreibäder werden regelmäßig gewartet und in ihrer Substanz erhalten.

 

7.    Gehört das Angebot von Hallen-, Kombi- und Freibädern in der Freien und Hansestadt Hamburg zur öffentlichen Daseinsvorsorge?
a.    Wenn ja, welche Rahmenbedingungen werden seitens der Freien und Hansestadt Hamburg dafür bezüglich Wohnortentfernung, Platzangebot, Preisen und Art der Badeanstalt definiert?

Ja. Die öffentlichen Bäder in Hamburg werden unter Berücksichtigung, sozialverträglicher und großstadtüblich zumutbarer Entfernungen angeboten und betrieben.

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Stephan Jersch ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher für Wirtschaft, Umwelt und Technologie, Medien- und Netzpolitik, Landwirtschaft, Bezirke, Tierschutz. Er vertritt seine Fraktion in den Ausschüssen für Umwelt sowie Wirtschaft, Innovation, Medien. 

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