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Stephan Jersch

SKA: Der Klövensteen – In Zukunft ein gigantischer WILDTIER-ZOO statt Naturwildpark?

Auf Initiative des Fördervereins Klövensteen sei der Masterplan zur Entwicklung des gleichnamigen Wildtiergeheges verwaltungsintern aufgelegt worden, erklärt hier der Senat. Dieser werde nun mit Umwelt- und Tierschutzverbänden beraten und solle in der 17. KW der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

24. April 2018

Schriftliche Kleine Anfrage

der Abgeordneten Norbert Hackbusch und Stephan Jersch (DIE LINKE) vom 18.04.2018

und Antwort des Senats

- Drucksache 21/12751 -


Betr.:    Der Klövensteen – In Zukunft ein gigantischer WILDTIER-ZOO statt Naturwildpark?

Das Wildgehege Klövensteen ist eine öffentliche Einrichtung des Bezirks Altona.

Das „Wedel-Schulauer Tageblatt“ berichtet mit Datum vom 12.04.18 (vergleiche: www.shz.de/lokales/wedel-schulauer-tageblatt/wie-aus-dem-kloevensteen-ein-gigantischer-naturwildpark-werden-soll-id19557046.html) über einen Masterplan für das Wildgehege Klövensteen.
Das Gelände, auf der Grenze zwischen dem Hamburger Westen und Wedel mitten im Naherholungsgebiet Forst Klövensteen gelegen, solle in einem zeitlich weiten Rahmen von 20 bis 30 Jahren unter Einbeziehung der Fläche des jetzigen Parkplatzes in Abstimmung mit Förderern und dem Bezirk Altona zu einem Naturwildpark umgestaltet werden.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

1. Welchen Anteil an der Gesamtfläche des Forstes Klövensteen hat das Wildgehege?

Das Wildgehege umfasst 29 Hektar des 518 Hektar großen Forstes Klövensteen.


2. Wem gehört die Fläche des Wildgeheges und des besagten Parkplatzes?

Die Flächen gehören zum Verwaltungsvermögen des Bezirksamtes Altona.


3. Hat der in Rede stehende Bereich den Status LSG/NSG?

Der Bereich liegt im Landschaftsschutzgebiet.


4. Die „shz“ meldet in obiger Quelle, Altonas Umwelt- und Wirtschaftsbehörde hätte von Anfang mitgewirkt am Masterplan für eine Neugestaltung des Wildgeheges. Wer hat diesen und die dazu nötigen Untersuchungen initiiert?

Die Initiative für den Masterplan und die dafür erforderlichen Untersuchungen gingen vom Förderverein Klövensteen aus.


5. Wer außer Förderverein, dem Berliner Architekturbüro sowie dem Bezirksamt Altona sind gegebenenfalls weitere Projektbeteiligte?

Die oberste Forst- sowie die oberste Naturschutzbehörde haben beratend an den Projektsitzungen teilgenommen.


6. Wie hoch sind gegebenenfalls die Kosten für die Gesamterstellung des Masterplanes für die öffentliche Hand?
7. Aus welchem Haushaltstitel werden sie gegebenenfalls bezahlt?

Die Kosten für die Erstellung des Masterplans belaufen sich auf ca. 117.000 €. Dieser Betrag wurde aus Spenden finanziert.


8.    Anwohner/-innen seien nicht von Anfang an in die Planung und Erstellung des Masterplanes einbezogen worden. Wie hat deren Information gegebenenfalls stattgefunden.
Wenn nicht, warum?

Der Masterplan Klövensteen wurde als fachlich strategisches Konzeptpapier verwaltungsintern erstellt. Er bildet nun für alle Beteiligten eine Beratungsgrundlage für den weiteren Diskussionsprozess. U.a. bietet der Förderverein Klövensteen in der 17. Kalenderwoche eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Masterplan an.


9.    Warum wurde mit der Erstellung des Masterplanes eine Werbe- und Eventfirma beauftragt, statt ein fachspezifisches Unternehmen, das mit der pädagogischen Konzeption von Waldschulen vertraut ist?

Das beauftrage Büro ist ein renommiertes Planungs- und Beratungsunternehmen für zoologische Einrichtungen.


10.    Im Altonaer Grünausschuss wäre der Masterplan mit den Stimmen von SPD, CDU und den GRÜNEN „durchgewunken“ worden. Wer hat sich beziehungsweise wird sich infolge damit noch auseinandersetzen?

Die Bezirksversammlung Altona hat auf Empfehlung des Ausschusses für Grün, Naturschutz und Sport die Drucksachen 20-4511 und 20-4586.1E beschlossen.

Für die kommende Sitzung der Bezirksversammlung liegt mit der Drucksache 20-4724 ein Antrag der Fraktion Bündnis 90 – Die Grünen zu dem Thema vor.

Die Bezirksversammlung und der zuständige Fachausschuss werden sich auch zukünftig weiter mit dem Thema befassen.

Bei möglichen Umsetzungen im Rahmen der Weiterentwicklung des Wildgeheges sind die oberste Forstbehörde, die oberste Naturschutzbehörde und die oberste Tierschutzbehörde zu beteiligen.


11.    Gibt oder gab es eine Beteiligung der Umweltverbände/Tierschutz-verbände?

Der Masterplan Klövensteen wird derzeit mit Umwelt- und Tierschutzverbänden beraten.


12.    Welche Absprachen sind zwischen wem in der Sache getroffen worden?

Bisher sind keine Absprachen dazu getroffen worden. Der Masterplan stellt die Grundlage für weitere Beteiligungen dar, siehe dazu auch Antwort zu 8.


13.    Im Planungsgebiet befindet sich der Hof des Landwirtes Olaf Hansen. Wurde der Bauer Hansen darüber informiert? Was ist dem Senat zu den Spekulationen um Ankauf beziehungsweise Verkauf desselben bekannt?

Der angesprochene Bauernhof liegt nicht im Planungsgebiet.

Zu Spekulationen äußert sich der Senat grundsätzlich nicht.


14.    Wofür sollen die zukünftigen Einnahmen aus Forsthof, der Waldpädgogik und der Forstwirtschaft mit dem Holz- und Wildfleischverkauf eingesetzt werden?

Die Einnahmen werden wie bisher für den Betrieb des Forstes und des Wildgeheges verwendet.


15.    Werden die Tiere im Gehege jetzt artgerecht gehalten? Was ändert sich gegebenenfalls daran durch die Umbau-und Erweiterungspläne?

Ja, und das wird auch zukünftig der Fall sein.

Nach Aussage des Masterplans werden die Umbau- und Erweiterungspläne die Lebensbedingungen für die im Gehege gehaltenen Tiere weiter verbessern.


16.    Soll der durch den Umzug aus Forsthof, der Waldpädgogik und der Forstwirtschaft wegfallende Parkplatz ersetzt werden und wenn ja, wie und wo?

Der Parkplatz wird in seiner Größe und Lage nicht verändert.


17.    Durch Spenden und Sponsoring soll das Geld für eine Umsetzung eingesammelt werden, lautet es in besagtem Artikel. Was kommt an Kosten auf die öffentliche Hand zu und wie und wo ist dies/wird dies veranschlagt?

Für die Umsetzung aller Elemente des Masterplans ist nach aktuellem Stand ein Kostenrahmen von rd. 33.000.000 € anzusetzen. Geplant ist eine Umsetzung vorrangig über Sponsoring und Spenden, ggfs. werden Haushaltsmittel für die Umsetzung konkreter Maßnahmen durch das Bezirksamt Altona eingeworben und veranschlagt. Die Bestandteile des Masterplans sollen in einem Zeitraum von ca. 20 bis 30 Jahren umgesetzt werden.

Eine Veranschlagung würde in der Produktgruppe 212.03 – Management des öffentlichen Raumes erfolgen. Aktuell sind Kosten für die Umsetzung nicht veranschlagt.


18.    Wie soll nach einem Umbau die laufende Unterhaltung finanziert werden und von wem?

Die Einnahmen aus Forst- und Wildgehegebetrieb sollen laut Masterplan für deren Unterhaltung eingesetzt werden.


19.    Wie verändern sich die voraussichtlich die bezirklich zu tragenden Unterhaltungskosten durch die Umsetzung des Masterplanes?

Die Veränderungen der Unterhaltungsbedarfe sind mangels konkreter Planungen derzeit nicht ermittelbar.


Stephan Jersch ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher für Wirtschaft, Umwelt und Technologie, Medien- und Netzpolitik, Landwirtschaft, Bezirke, Tierschutz. Er vertritt seine Fraktion in den Ausschüssen für Umwelt sowie Wirtschaft, Innovation, Medien. 

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