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SKA: Ausstieg aus der Kohlewärme

Sowohl Tiefstack als auch Wedel blasen jedes Jahr weit über eine Million Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft. Wie viel Strom dabei aus wie vielen Tonnen Kohle erzeugt wird, will der Senat nicht offenbaren - dies seien "Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse".

29. März 2019

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Stephan Jersch (DIE LINKE) vom 21.03.19
und Antwort des Senats
- Drucksache 21/16604 -


Betr.:    Ausstieg aus der Kohlewärme

Nach dem Rückkauf der Fernwärme besteht eine große Chance für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in Hamburg. Im aktuellen „Hamburger Klimaplan“ (Drs. 21/2521) ist das Ziel der Hamburger Energiewende, „die Energieversorgung hin zu einer CO2-armen Versorgung umzubauen“; und weiter heißt es: „Den größten Gestaltungsspielraum bietet die Wärmeversorgung. Hier soll der Einsatz von effizienten gasbetriebenen Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung ausgebaut werden. Außerdem sollen mehr erneuerbare Energien eingesetzt werden.“(S.24/25).

Mit Hinweis auf Drs. 21/12077 (27.Feb. 2018) sowie Drs. 21/16109 (15. Feb. 2019) konzentrieren sich die Planungen des Senats auf den Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel und die Umrüstung des Kraftwerks Tiefstack.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

Der Senat beantwortet die Fragen, teilweise auf Grundlage von Auskünften der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH sowie Vattenfall Wärme Berlin AG, wie folgt:

 

1. In wie vielen Stunden pro Jahr in den Jahren 2012 - 2018 wurden von den Kraftwerken Tiefstack und Wedel jeweils Strommengen ins öffentliche Netz eingespeist? Bitte Angaben für KWK und Kondensations-Betrieb. Wie viele MWh Strom/ Wärme haben die beiden Kraftwerke jeweils in den Jahren 2012 - 2018 produziert?

2. Wie viele Tonnen Kohle wurden 2012- 2018 jeweils in Wedel und Tiefstack verbrannt? Aus welchen Ländern wird die Kohle aktuell importiert, wer sind die Lieferanten?

3. Wie viele Steinkohleeinheiten wurde jeweils in den Jahren 2012 - 2018 in den beiden Kraftwerken eingesetzt: für Wärme, für Strom sowie gesamt?

Die erfragten Daten unterliegen den Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen der Vattenfall Wärme Gesellschaften. Die Offenlegung dieser Informationen ist geeignet, exklusives technisches oder kaufmännisches Wissen den Marktkonkurrenten zugänglich zu machen und so die Wettbewerbsposition des Unternehmens nachteilig zu beeinflussen.

Die Heizkraftwerke Wedel und Tiefstack beziehen ihre Kohle derzeit aus den USA und Russland.

 

4. Wie viel CO2 wurde jeweils in den Jahren 2012 - 2018 in den beiden Kraftwerken emittiert: für Wärme, für Strom sowie gesamt - nach welcher Methode berechnet?

Jahr HKW Wedel HKW Tiefstack
  (t) (t)
2013 1041256 1072536
2014 1132379 1043950
2015 1396315 1212916
2016 1316931 1163933
2017 1133093 1047374
2018 1159668 1026718

 

Die Angaben basieren auf den Meldungen an die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt. Eine Aufteilung der CO2-Emissionen nach Strom und Wärme liegt dem Senat nicht vor. Die erfragten Daten werden erst seit 2013 erfasst.

 

5. Wann läuft die KWK-Förderung für das Kraftwerk Tiefstack aus? Bitte separate Angaben zu Kohlekessel 1, Kohlekessel 2 und GuD machen.

Die beiden Blöcke des HKW Tiefstack erhalten keine KWK-Förderung mehr. Die GuD Tiefstack erhält noch bis voraussichtlich 2023 Erlöse aus KWK-Förderung.

 

6. Sind bezugnehmend auf Drs. 21/12077 die dort formulierten technischen und zeitlichen Planungen zur Umrüstung der beiden Kraftwerke aktuell gültig? Wenn nein, warum nicht, und wie sehen die geänderten Planungen aus?

Nach der Senatsentscheidung werden die technischen und zeitlichen Planungen für den Ersatz des Kraftwerks Wedel überprüft und konkretisiert. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.  

 

7. Zum aktuellen Stand des Umbaus der Fernwärmeversorgung werden in Drs. 21/16109 für 2019 konkrete „Projektphasen“ zu „Vorbereitung“, „Grundlagenphase“ und „Planungsphase“ genannt. Auf welche technischen Maßnahmen bzw. Anlagen bezieht sich das? Gilt dies für die Umrüstung von Wedel und Tiefstack?

Die Antwort bezieht sich auf den Umrüstungsprozess für den Ersatz des Kraftwerks Wedel.
Die Vorgehensweise bei einer späteren Umrüstung des Kraftwerks Tiefstack würde in den gleichen Projektphasen erfolgen.


Stephan Jersch ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher für Wirtschaft, Umwelt und Technologie, Medien- und Netzpolitik, Landwirtschaft, Bezirke, Tierschutz. Er vertritt seine Fraktion in den Ausschüssen für Umwelt sowie Wirtschaft, Innovation, Medien. 

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