Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Stephan Jersch

Schriftliche Kleine Anfrage Industrielle Fernwärme

Im Rahmen der Diskussion um den Ersatz des Kohlekraftwerkes Wedel wird auch die Nutzung industrieller Abwärme als Möglichkeit der Substitution der bisher in Wedel erzeugten Fernwärme genannt. Das Gutachten „Erstellung einer Expertise zur Hamburger Fernwärmeversorgung; Handlungsalternativen für das Kohlekraftwerk in Wedel“ aus 2015 kommt zu dem Ergebnis, dass dies „vorteilhaft“ und bei der Einbindung erneuerbarer Energien „Priorität“ hat.

Im Rahmen der Diskussion um den Ersatz des Kohlekraftwerkes Wedel wird auch die Nutzung industrieller Abwärme als Möglichkeit der Substitution der bisher in Wedel erzeugten Fernwärme genannt. Das Gutachten „Erstellung einer Expertise zur Hamburger Fernwärmeversorgung; Handlungsalternativen für das Kohlekraftwerk in Wedel“ aus 2015 kommt zu dem Ergebnis, dass dies „vorteilhaft“ und bei der Einbindung erneuerbarer Energien „Priorität“ hat.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

Der Senat hält grundsätzlich die Nutzung von Industrieller Abwärme für vorteilhaft. Da die Wärmequellen nicht in unmittelbarer Nähe der Abnehmer liegen, die industriellen Prozesse teilweise umgestellt werden müssen und für eine Einspeisung gesorgt werden müsste, wäre die Nutzung jedoch mit hohen Investitionen z.B. in den Leitungsbau verbunden.

In Hamburg steht industrielle Abwärme in großen Mengen speziell im Hamburger Süden zur Verfügung - allerdings auf einem Temperaturniveau, das in herkömmlichen Fernwärmesystemen nicht verwendet werden kann. Eine weitere Herausforderung besteht darin, das zur Verfügung stehende Abwärmepotenzial im Sommer, wenn der Wärmebedarf gering ist, zu nutzen. Auf Grund dieser Umstände kann von der Verfügbarkeit industrieller Abwärme nicht automatisch auf deren Verwendbarkeit in der Fernwärmeversorgung geschlossen werden.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt:

1. Welche Gesamtwärmemenge (in MWth) aus industrieller Abwärme kann nach derzeitiger Einschätzung der zuständigen Fachbehörde in das Vattenfall-Fernwärmenetz eingespeist werden?

Hierzu liegen der zuständigen Behörde bislang keine konsolidierten Zahlen vor. Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

2. Konkret genannt wird eine Nutzung industrieller Abwärme des Unternehmens Aurubis. Welche Wärmemenge wäre hier nach Einschätzung der Fachbehörde verfügbar?

Laut Aurubis ist eine Wärmemenge von bis zu 510 GWh pro Jahr verfügbar.
(Quelle: 13. Energieworkshop zur Wärmeversorgung in der Handelskammer, 20. Januar 2016).
Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

3. Hat es Gespräche mit dem Unternehmen Aurubis in dieser Sache gegeben und wenn ja, zu welchem (Zwischen-)Ergebnissen sind diese gekommen?

Ja. Es wurde eine Arbeitsgruppe zwischen Aurubis und der FHH eingerichtet. In dieser Arbeitsgruppe wird über eine mögliche Kooperation gesprochen. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

4. Eine Einspeisung industrieller Abwärme in das Vattenfall-Wärmenetz wäre über das Heizwerk Hafencity wünschenswert, um auch den Westen zu versorgen. Sind diesbezüglich Planungen vorhanden, die aktuelle Baustellensituation im Baakenhafen zu nutzen um entsprechende Versorgungsleitungen zu verlegen.
    a. Wenn nein, warum nicht?

Es sind keine Trassenplanungen vorhanden, da die allgemeinen Machbarkeitsprüfungen noch nicht abgeschlossen sind.


Stephan Jersch ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher für Wirtschaft, Umwelt und Technologie, Medien- und Netzpolitik, Landwirtschaft, Bezirke, Tierschutz. Er vertritt seine Fraktion in den Ausschüssen für Umwelt sowie Wirtschaft, Innovation, Medien. 

So erreichen Sie Stephan Jersch: 

Büro: Weidenbaumsweg 19, 21029 Bergedorf (Bahnhofsvorplatz)

E-Mal:  stephan.jersch
Telefon: 040 / 71 18 90 90

Das style-Element