Zum Hauptinhalt springen

Hamburg versiegelt Flächen und gleicht in anderen Bundesländern aus

Die Stadt Hamburg macht sich beim Flächenausgleich immer noch den schlanken Fuß. Da der Platz in der Stadt für den Ausgleich von Eingriffen in die Natur endlich ist und schon länger nicht mehr ausreicht, kauft Hamburg Grund in Niedersachsen und Schleswig-Holstein und umgeht damit den Wunsch nach einem neutralen Netto-Null-Flächenverbrauch. Die Volksinitiative des Nabu „Hamburgs Grün erhalten“ hatte genau diesen sparsamen Umgang mit den unversiegelten Flächen Hamburgs als Ziel. Mit der Antwort auf meine Anfrage „Ausgleichsmaßnahmen für Natureingriffe in Hamburg jenseits der Landesgrenze“ (Drs. 22/6280) hat der Senat nun Zahlen auf den Tisch gelegt.

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage „Ausgleichsmaßnahmen für Natureingriffe in Hamburg jenseits der Landesgrenze“ (Drs. 22/6280) ist hier als PDF online.

Zwischen 2011 und 2021 hat Hamburg 123 Hektar Land für Natureingriffe in der Stadt als Ausgleichsflächenbevorratung aufgekauft. Dabei beruft sich der Senat darauf, dass Ausgleiche nicht zwangsläufig ortsnah erfolgen müssen, nicht einmal im gleichen Bundesland. Nur gleichartig muss der Naturraum sein. Genauso wie der ausgehandelte Kompromiss mit der Nabu-Volksinitiative, der aber auch durchaus positive Aspekte beim Naturerhalt hat, ist das ein Freibrief für die Stadt, der immer noch nicht den notwenigen Wandel in der Prämissensetzung hin zum Erhalt unversiegelter Flächen hat.

Seit 2004 gab es laut Senatsantwort insgesamt 25 Ausgleiche, die in Niedersachsen und Schleswig-Holstein durchgeführt werden bzw. durchgeführt wurden. Fünf weitere Maßnahmen sind bereits geplant, darunter auch der Ausgleich für den Bebauungsplan Neugraben-Fischbek 67. Der bedrohte Bestand des Wachtelkönigs ist in der vorgesehenen Ausgleichsfläche in Niedersachsen in einem schlechteren Zustand als in Hamburg.

Fazit: Das eigentliche notwendige Umdenken bei der Flächenversiegelung steht in Hamburg immer noch aus. Der Senat hat sich eine Vielzahl von Hintertüren eingerichtet – Fluchtwege aus dem Klimaschutz.

Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

So erreichen Sie Stephan Jersch: Büro: Weidenbaumsweg 19, 21029 Bergedorf (Bahnhofsvorplatz), E-Mal:  stephan.jersch
Telefon: 040 / 71 18 90 90

Sprechzeiten:

  • Montags 15 bis 18 Uhr
  • Dienstags 9 bis 10:30 Uhr
  • Freitags 9 bis 12 Uhr
     

Telefon-Sprechstunden - Wegen CORONA ist das Büro geschlossen

Wegen der Corona-Pandemie sind wir zunächst nur telefonisch zu erreichen. Sie erreichen mich per Mail unter unter stephan.jersch@linksfraktion-hamburg.de und melden Sie sich unter 040-71189090. Bleibt / bleiben Sie gesund und bitte haltet Euch an die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Das style-Element
Aktuelle Plenarreden

Die Reden von Stephan Jersch in der Bürgerschaft finden Sie hier.