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Nächste Gretchenfrage beim Tierschutz für Hamburgs Grüne: Eine neue Doppelrennbahn mit städtischen Geldern für Pferderennen oder moderner Tierschutz?

"Pferde sind keine Sportgeräte! 30 Millionen Euro für die Doppelrennbahn?" Unter diesem Titel hat Stephan Jersch den rot-grünen Senat über das weitere Vorgehen bei der neuen Doppelrennbahn in Horn befragt. Jetzt liegen die Antworten vor ...

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage Drucksache 22/1128 "Pferde sind keine Sportgeräte! 30 Millionen Euro für die Doppelrennbahn?" ist hier als PDF online.

Die Stadt hat den privaten Projektbetreibern mittlerweile 235.000 Euro für die Erstellung eines Machbarkeitsstudie zur Errichtung der neuen Doppelrennbahn in Horn bereitgestellt. Im Falle einer Realisierung wird die Stadt sich mit 30 Millionen Euro an dem Rennbahnprojekt beteiligen. Das sind immerhin 20 Prozent mehr als ursprünglich veranschlagt.

Eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist erst im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens in Hamburg-Mitte vorgesehen. Dabei soll der Erholungswert durch eine öffentliche Grünfläche gesteigert werden. Gleichzeitig bedeutet die Errichtung einer Doppelrennbahn in Horn aber ein Tierschutzproblem. Zwar sind Wettkämpfe mit Tieren auch nach dem Tierschutzgesetz zugelassen, aber bei diesen Rennen sterben immer wieder Pferde. 2013 überlebten zwei Pferde, 2018 drei und im letzten Jahr wiederrum zwei Pferde die Wettkämpfe nicht, laut Senat stellt das Bezirksamt Mitte Kontrollen sicher, dass den Tieren keine Leistung abverlangt wird, denen sie nicht gewachsen sind.

Dass diese Überprüfungen nicht immer von Erfolg gekrönt sind beweisen die toten Pferde. Für mich ist klar, dass das Flächentauschgeschäft, dem diese Planung für eine Doppelrennbahn entsprungen ist, einen zu hohen Preis fordert. Das Tierwohl hat im Vordergrund zu stehen und darf auf keinen Fall zu Lasten der ‚Sportgeräte‘, den Pferden, hintangestellt und auch noch staatlich gefördert werden.

Hier sind die Grünen erneut, als Koalitionspartner der SPD, gefragt. Angesichts der grünen Forderungen zum Tierschutz wäre ein Widerspruch nur folgerichtig. Auch an dieser Gretchenfrage wird grüne Tierschutz Politik in Hamburg gemessen werden müssen. Ich bin gespannt, wie sich die Grüne Bürgerschaftsfraktion in dieser Frage positionieren wird oder ob wir auch in den nächsten Jahren weiter, dann auf einer staatlich mitfinanzierten Doppelrennen in Horn, wieder tote Pferde zu beklagen haben werden.

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