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Der Hamburger Senat bremst den Hochlauf von Wärmepumpen

Im Energiewendekonzept der Bundesregierung spielt der Hochlauf von Wärmepumpen zur Beheizung von Gebäuden eine sehr große Rolle. Durch eine Wärmeversorgung mit Wärmenetzen und mit Wärmepumpen sollen die fossilen Energieträger Erdgas, Heizöl und Kohle in den nächsten zwei Jahrzehnten vollständig ersetzt werden. Im Gegensatz zu ganz Deutschland liegt in Hamburg die Installation von Wärmepumpen - sogar im Neubau - weit hinter der von Erdgas- und Öl-Heizungen.

Das zeigen die Zahlen aus der Schriftlichen Kleinen Anfrage „Unterstützung des Hochlaufs von Wärmepumpen“.

Im Jahr 2021 wurden in Hamburg in Neubauten achtmal mehr Gasheizungen als Wärmepumpen installiert. Wird auch der Austausch von Gasheizungen berücksichtigt, so sind es sogar 45 mal so viele Gasheizungen. Im Gegensatz dazu wurden 2021 bundesweit schon gut die Hälfte der fertiggestellten Wohngebäude mit Wärmepumpen ausgestattet.

Der Vergleich mit der deutschlandweiten Entwicklung unter Einbeziehung der Heizungserneuerungen sieht noch schlechter aus: Bundesweit sind es noch 4,2-mal mehr neu installierte Gasheizungen als Wärmepumpen, gegenüber dem 45fachen in Hamburg.

In Senatsdrucksachen werden Wärmepumpen-Heizungen begrüßt. Die Umsetzung eines Hochlaufs in Hamburg will der Senat aber ohne eindeutige Zielvorgaben den städtischen Energieunternehmen Gasnetz Hamburg, Stromnetz Hamburg und Hamburger Energiewerke überlassen. Die haben aber ihre eigene Agenda und sollen auf jeden Fall hohe Gewinne an die Finanzbehörde abführen. Besonders die Gasnetz Hamburg GmbH wünscht eine möglichst ungeschmälerte Fortsetzung des Heizens mit Erdgas und daher keine elektrisch angetriebenen Wärmepumpen.

Die Antworten des Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage bestätigen folgende Behinderungen eines Wechsels zu umweltfreundliche Wärmepumpen:

  • Der städtische Stromversorger Hamburg Energie darf weiterhin auf seiner Homepage die Kosten der Beheizung mit Wärmepumpenstrom in einseitiger und abschreckender Weise darstellen.
  • Die Preise für Wärmepumpenstrom sind bei Hamburg Energie erheblich höher als beim Konkurrenten Vattenfall. Erklärung des Senats: Betriebs- und Geschäftsgeheimnis des Unternehmens.
  • Die Hamburger Energiewerke fordern für eigene Großwärmepumpen einen Strompreis ohne Netzentgelte, Stromsteuer und andere Umlagen. Bei dezentralen Wärmepumpen in Haushalten soll das alles weiterhin im Wärmepumpen-Strompreis enthalten bleiben.

Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

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