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Es muss kein grüner Wasserstoff sein, sagt der Senat – doch, muss es!

Gasnetz Hamburg kämpft um sein Geschäftsmodell. Hamburgs städtisches Gasnetzunternehmen hat ein Problem mit der Energiewende und der damit verbundenen Dekarbonisierung. Deshalb wird derzeit mit der Beimischung von bis zu 30 Prozent Wasserstoff experimentiert, um den Anteil an Erdgas im Leitungsnetz zu reduzieren.

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage „Wasserstoffbedarf der Gasnetz Hamburg GmbH“ (Drucksache 22/6725) ist hier als PDF online

Im Rahmen einer Marktabfrage der Fernleitungsnetzbetreiber hatte Gasnetz Hamburg seinen Bedarf an Wasserstoff angegeben und der zeigte, dass statt auf eine schnelle und den Klimazielen entsprechende Dekarbonisierung, auf eine steigende Beimischung von Wasserstoff gesetzt wird. Für die Klimaziele wäre das ein Rückschlag, wenn man den Expertinnen und Experten folgt. Zumindest wird die Erdgaslobby sich freuen, weil so die Wasserstoffbeimischung dafür sorgt, dass weiterhin Erdgas verkauft werden kann. Das ist für mich aber nur ein großes Problem bei der Neuausrichtung von Gasnetz Hamburg. Viel schwerwiegender erscheint in der Antwort auf meine Anfrage „Wasserstoffbedarf der Gasnetz Hamburg GmbH“ (Drucksache 22/6725) die Frage welche Art von Wasserstoff genutzt werden soll.

Schon im neuen Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP steht, dass für die deutsche Wasserstoffstrategie nicht nur grüner Wasserstoff eingesetzt werden soll und dieser Sichtweise schließt sich Gasnetz Hamburg an. Demnach sollen verschiedene Quellen genutzt werden, von denen nicht sicher ist, ob es sich ausschließlich um grünen Wasserstoff handelt.

Gasnetz Hamburg und der Senat sind hier auf dem völlig falschen Weg. Eigentlich war immer klar, dass grüner Wasserstoff für die Energiewende benötigt wird, ausschließlich grüner Wasserstoff. Und das bedingt, dass der Einsatz von Wasserstoff auf wenige Bereiche fokussiert werden muss, in denen es keine energetischen Alternativen gibt. Auf das Erzeugen von Wärme in Häusern trifft das aber nicht zu. Gemeint war hier immer die Industrie, nicht Gebäude oder gar Verkehr.

Schon bei der mittlerweile wohl gescheiterten Strategie zum Einsatz von Flüssiggas (LNG) hat der Senat sich geweigert sicherzustellen, dass ausschließlich Erdgas genutzt wird, das nicht mit Fracking (einer hoch klimaschädlichen Fördermethode) gewonnen wurde. Jetzt beginnt der Tanz erneut, indem Erdgas eine neue Zukunft zugebilligt wird. Mit dieser Politik sabotiert Rot-Grün in Hamburg eine konsequente Energiewende. Der Senat muss klarstellen, dass städtische Firmen ausschließlich grünen Wasserstoff nutzen und verteilen!

Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

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