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Flughafen Hamburg: Verspätungen und immer mehr Lärm

Die Anzahl der verspäteten Landungen und Starts in Hamburg erreicht wieder Höchstwerte – das ergab die Antwort des Senats auf meine Anfrage „Heiße Fluglärmnächte in Hamburg – Wie hat sich die Verspätungssituation am Hamburg Airport in den Sommermonaten entwickelt?“ (Drucksache 22/9259). Wenige Airlines und wenige Flugstrecken sorgen für einen unhaltbaren Fluglärmteppich des Flughafens. Mit dem 16 Punkte-Plan 2015 und dem wenig später folgenden 21 Punkte-Plan, der Pünktlichkeitsoffensive des Flughafens 2017, dem Luftverkehrsgipfel von Bund, Ländern und Akteuren der Luftfahrtbranche in Hamburg sind viele Maßnahmen angegangen worden, um die Situation für die Menschen, die unter den an- und abfliegenden Airlinern auf dem Hamburger Flughafen leiden erträglicher zu machen.

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage "Heiße Fluglärmnächte in Hamburg – Wie hat sich die Verspätungssituation am Hamburg Airport in den Sommermonaten entwickelt?" (Drucksache 22/9259) ist hier als PDF online.

Vor der Coronakrise schien sich die Lage um den Fluglärm in Hamburg zumindest in eine positive Richtung zu entwickeln. Mit dem Ende der Coronabeschränkungen schienen Politik und Luftfahrtgewerbe aber völlig überfordert. In der Coronakrise wurden bundesweit wurden hunderte Beschäftigte in die nicht auskömmliche Kurzarbeit geschickt oder direkt entlassen. Mit dem Wiederaufleben des Flugverkehrs fehlen diese Menschen, um den Betrieb abwickeln zu können. Aber das ist nur einer der Punkte an denen die Menschen, die Nachts um ihren Schlaf gebracht werden, weil verspätete Flugzeuge für eine unerträgliche Lärmkulisse sorgen, leiden müssen. Viele der 2018 beschlossenen Maßnahmen, um die damaligen nächtlichen Ruhestörungen und Flugverspätungen zumindest zu lindern, sind heute wieder brandaktuell. Leider fehlt aber bisher das politische Handeln, um die Akteure zur Einsicht zu zwingen, dass ihr Verhalten gesundheitsschädlich und gerade in einer dicht besiedelten Stadt wie Hamburg nicht zu tolerieren ist.

Die Antwort des Senats auf meine Anfrage macht deutlich, das es nur wenige Flugstrecken und wenige Airlines sind, die einen großen Teil des Problems darstellen. Die 2018 angegangenen Maßnahmen, solche Lärmsünder mit einer direkten Ansprache und der Androhung von Bußgeldern zum Einsehen zu zwingen, scheint nicht mehr wirksam. Der Flugverkehr ist international weitgehend dereguliert, nationale oder gar städtische Handlungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt. Dennoch hat auch Hamburg Handlungsoptionen die nur angegangen werden müssen und da hilft es nicht darauf zu warten dass der Flughafen, nach Corona, erst wieder in die Gewinnzone kommt.

Was Hamburg jetzt als ersten Schritt braucht, ist die starke Einschränkung der Definition von unvermeidbaren Flugverspätungen, die zumindest in der Zeit zwischen 23 und 0:00 Uhr als grundsätzlicher Genehmigungsgrund für verspätete Starts und Landungen angenommen werden. Hier ist klar festzustellen, dass mindestens Starts nach 23:00 Uhr nicht unvermeidbar sind. Schon allein die Tatsache, dass nur Ryanair und easyJet fast alle dieser Starts verursachen, macht deutlich, dass hier Gewinnstreben vor der Sorge um die Gesundheit der um ihren Schlaf gebrachten Anwohnerinnen und Anwohner geht. Genauso wichtig ist es aber auch für Landungen nach 23:00 Uhr eine restriktivere Handhabung für Genehmigungen anzuwenden. Deutlich hinterfragt werden müssen die Gründe für unvermeidbar Landungen zwischen 23 und 0 Uhr.

Schnelles Handeln ist erforderlich. Hamburg kalkuliert jedes Jahr mit 550 verspäteten Starts und Landungen zwischen 23:00 Uhr und 0 Uhr. dieser Wert wurde dieses Jahr bereits Mitte August erreicht, es zeichnet sich also ab das 2022 eines der schlimmsten Fluglärmjahre seit Bestehen des Hamburger Flughafens werden wird. Wir brauchen eine fachliche Analyse ob und wie die Ziele des 21 Punkte plans neu angegangen werden müssen und ob zusätzliche Ziele zur Vermeidung von Fluglärm hinzukommen müssen. Die vom Fluglärm betroffenen Menschen in Hamburg können zu recht wirksame Maßnahmen dafür verlangen, das sieht mindestens zwischen 23 und 06:00 Uhr einen ungestörten Schlaf haben werden.

Dabei kann es aber nicht bleiben. Es muss weitere Maßnahmen geben um die Situation auch langfristig wieder erträglich zu machen.

Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

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