Hamburg: Immer mehr Anträge für Solaranlagen

Umwelt und EnergieWirtschaft

Seit dem Jahr 2019 hat sich die Zahl der beantragten Hausanschlüsse für Solaranlagen in Hamburg fast verdreifacht. Das geht aus der Antwort auf meine Anfrage „Genehmigungen für Photovoltaikanlagen in Hamburg in der Warteschleife“ (Drs. 22/7297) hervor. Der Anlass für die Anfrage war die Information, dass die Bearbeitungszeiten bis zur Inbetriebnahme in letzter Zeit deutlich gestiegen sind.

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage „Genehmigungen für Photovoltaikanlagen in Hamburg in der Warteschleife“ (Drs. 22/7297) ist hier als PDF online

Das städtische Unternehmen Stromnetz Hamburg (SNH), zuständig für die Genehmigungen, gibt im Internet an, dass zwischen Antragstellung und Zähleraustausch lediglich eine Woche liegen soll. In der Antwort auf die Anfrage wird allerdings eingeräumt, dass dies durch den hohen Antragseingang in Einzelfällen bis zu vier Wochen dauerte.

Die Frage nach Überlastungsanzeigen von Beschäftigten wird nicht direkt beantwortet. Allerdings lässt die Information, dass zwei zusätzliche Stellen besetzt werden sollen, darauf schließen, dass die Information über vorliegende Überlastungsanzeigen nicht ohne Grundlage ist.

Einen Überarbeitungsbedarf scheint es aber auch in zwei anderen Punkten zu geben. Zum einen kann eine nicht ausreichende Netzkapazität dafür sorgen, dass erst eine neue Netzstation errichtet wird. Dabei kann es, neben langen Lieferzeiten für Trafos, ein Platzproblem geben. Bis zu 36 Quadratmeter Fläche werden dafür auf einem Privatgrundstück okkupiert. Das Wegenutzungsrecht macht die Nutzung öffentlichen Bodens kompliziert. Das bedarf noch einer besseren und vor allem schnelleren Regelung, insbesondere wenn die Solardachpflicht greift. In einer dicht besiedelten Stadt wird dieser Flächenkonflikt dann häufiger auftreten. Der andere Punkt ist das Antragsverfahren: Ins Internet gehen, bei Stromnetz die PDF-Formulare runterladen, ausfüllen und an SNH zurückschicken – Digitalisierung sieht anders aus. Aber Stromnetz Hamburg will diesen Prozess auch 2023 digital ermöglichen – immerhin!