Förderung von nachhaltigen Flugkraftstoffen: ein Rohrkrepierer!
500.000 Euro jährlich stellt die Flughafen Hamburg GmbH für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) bereit. Und doch hat keine einzige Airline die Förderung in Anspruch genommen. Der Grund: Die Förderrichtlinie setzt die Bedingung, dass die SAF innerhalb eines Umkreises von 150 Kilometern Luftlinie um den Flughafen Hamburg „endproduziert“ sein müssen. Es gibt jedoch in diesem Umkreis keine Produktionsstätte. Dies geht aus der Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft hervor.
Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Der Flughafen kündigt eine Förderung an und knüpft sie an eine Bedingung, die nicht erfüllbar ist: Das ist eine Irreführung der Öffentlichkeit. Dass 2025 keine einzige Airline einen Antrag gestellt hat, ist keine Überraschung, sondern die logische Folge einer Richtlinie, die an der Realität vorbeigeht.“
Auch mit Blick auf mögliche künftige Produktionskapazitäten bleibt die Förderung fragwürdig. Für die Raffinerie Holborn in Hamburg wird eine mögliche Produktion von jährlich rund 220.000 Tonnen grünem Diesel und biobasiertem SAF in Aussicht gestellt. Ob und wann die entsprechenden Mengen tatsächlich produziert werden, ist jedoch offen.
Jersch:„Die Förderung des Flughafens bleibt offenbar auch in Zukunft ohne reale Grundlage – und damit ein Programm, das über Jahre hinweg niemand in Anspruch nimmt. Wer nachhaltige Flugkraftstoffen zum Durchbruch verhelfen will, muss Förderbedingungen schaffen, die auch greifen. Andernfalls ist es reine Symbolpolitik auf Kosten des Klimaschutzes.“
- Die Drucksache zum Thema ist hier als PDF online. Siehe auch direkt hier mit den Antworten.

