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Forschungspreis für Alternativen zum Tierversuch: Leise Beerdigung vom Senat

Der Hamburger Forschungspreis für Alternativen zum Tierversuch fällt 2026 aus und es ist offen, ob er 2027 überhaupt Geld bekommt. Das zeigt die Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion. SPD und Grüne hatten den Preis 2016 selbst auf den Weg gebracht. Nach dem Beschluss der Bürgerschaft soll er alle zwei Jahre vergeben werden. Jetzt räumt der Senat ein, dass die Arbeit an der fünften Ausgabe „aus organisatorischen Gründen“ erst am 1. September 2026 begonnen hat. Die Behörden wollen sich erst im vierten Quartal abstimmen. Einen Termin für Ausschreibung oder Verleihung nennt der Senat nicht.

Zum Preisgeld von 50.000 Euro schreibt er: „Ob und in welcher Form eine Bereitstellung von Mitteln im Jahr 2027 erfolgen kann, ist zu prüfen.“ Auch den Zweijahresrhythmus verabschiedet der Senat stillschweigend. Der Preis soll nur noch „regelmäßig“ vergeben werden, abhängig von den „zur Verfügung stehenden Ressourcen“. Er gibt sogar zu, dass der Rhythmus nur 2016 und 2018 eingehalten wurde. Die dritte Verleihung folgte 2021, die vierte erst im September 2024. Die Linksfraktion fordert nun in einem Antrag in der Bürgerschaft, dass der Senat sich künftig an seinen eigenen Beschluss hält und den Preis alle zwei Jahre mit einem Preisgeld von 50.000 Euro verleiht.

Dazu Stephan Jersch, tierschutzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Bei jeder Verleihung haben sich Senatorinnen gern mit diesem Preis fotografieren lassen. Jetzt, wo er Arbeit und Geld kostet, wird er still und leise beerdigt. Wer Forschende zu tierversuchsfreien Methoden motivieren will, muss verlässlich sein. Ein Preis, von dem keiner weiß, ob und wann er kommt, setzt keine Anreize – ganz offensichtlich steht der Senat nicht mehr hinter diesem Preis und seiner Zielsetzung.“

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage  mit den Senatsantworten ist als Drs. 23/5581 hier online. Siehe auch hier direkt. 

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