Landstrompflicht: Warum erst so spät?

Der NDR berichtet über eine Aussage von Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, wonach die Abnahme von Landstrom für Kreuzfahrtschiffe, die landstromfähig sind, ab 2027 im Hamburger Hafen verpflichtend sein wird. Diese Maßnahme sei für die Akzeptanz des Kreuzfahrtgeschäfts in Hamburg wichtig.

 

Dazu Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Grundsätzlich ist es gut, dass eine Landstrompflicht zumindest für Kreuzfahrtschiffe nach acht Jahren der Diskussion nun kommen soll. Aber warum so spät? In diesen acht langen Jahren des Zauderns haben die Kreuzfahrtschiffe die Hamburger*innen mit einem Schadstoffteppich eingedeckt. Und wieder bleibt die Senatorin der Senatspolitik treu: Die Pflicht kommt, weil mehr Geschäft für Hamburgs Wirtschaft rausspringen soll. Wirtschaft vor Gesundheit, Klima und Umwelt: Hamburgs Politik ist nicht nachhaltig!“

Zu den weiteren Aussichten führt Jersch an: „Hamburg hätte die Chance gehabt, so wie die Linksfraktion es schon seit Jahren fordert, viel früher eine stufenweise Landstrompflicht einzuführen und damit Vorreiter in Europa zu sein. Das ist verpasst worden und immer noch wird jede Dreckschleuder, die nicht landstromfähig ist, in Hamburg willkommen geheißen – bis 2030 die europaweite Landstrompflicht greift. Das ist zu wenig und zu spät – senatstypisch!“