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Wärme-Wende und Kohleausstieg: Umrüstung in Tiefstack ohne Biomasse!

Biomasse Wald - Nicht verbrennen!

Wie steht es um die Ablösung des Kohleheizkraftwerks in Tiefstack, das wollte ich mit der Anfrage „Mehr Klarheit zur Tiefstack-Planung notwendig“ (Drucksache 22/9054) in Erfahrung bringen. Die Umweltbehörde hatte im Juni bereits ihre Planung für eine Folgelösung der Wärmeversorgung Hamburgs aus Tiefstack vorgestellt. Ein Beschluss des Aufsichtsrats der Hamburger Energiewerke (HEnW) dazu fehlt aber nach wie vor. Allgemein gibt es eine große Skepsis gegen den Einsatz von Holz als Brennstoff für Kraftwerke. Das hat sich bereits bei den bisher nicht weiter verfolgten Planungen für die Nutzung namibischen Buschholzes in Tiefstack gezeigt. Auch wenn das namibische Buschholz für Tiefstack im Moment keine Rolle spielt, so bekennt sich der Senat dennoch dazu die Nutzung der Kohle durch die Verbrennung von Holz zu ersetzen.

  • Die Schriftliche Kleine Anfrage „Mehr Klarheit zur Tiefstack-Planung notwendig“ (Drucksache 22/9054) ist hier als PDF online.

Viele Punkte bei der Wärmewende in Hamburg und gerade auch in Tiefstack sind rundum positiv zu bewerten. Die Nutzung industrieller Abwärme und der Abwärme aus der Müllverbrennung Wärmepumpen die Wärme der Elbe nutzen sind zukunftsträchtige Techniken, mit denen die Energiewende in Hamburg nachhaltig gelingen kann. Der Einsatz von Holz und alternativ von Erdgas zur Erzeugung von Wärme am Standort Tiefstack ist deshalb kein zukunftsträchtiger Ersatz für die zwei Kohlekessel, die bisher in Tiefstack betrieben werden. die Antwort des Senates macht auch klar, dass die Planung überhaupt noch nicht den eigenen Ansprüchen zur Nachhaltigkeit entspricht. Weder kann der Senat bisher den versprochenen Nachhaltigkeitscodex für die Nutzung von Holz definieren, noch gibt es Details über eine versprochene Zertifizierung für die gesamte Prozess- und Lieferkette.

Die Nutzung von Holz als Brennstoff ist nur mittelfristig klimaneutral zu nennen. Bis nachgepflanztes Holz das freigesetzte CO2 bei der Verbrennung wieder gebunden hat werden Jahrzehnte verstreichen. Als klimaneutral kann man dieses Vorgehen nicht wirklich bezeichnen. Wenig hilfreich ist dabei auch, dass der Tiefstackersatz alternativ auch mit Erdgas befeuert werden kann - einem Brennstoff, der uns gerade besondere Sorgen bereitet und nie wirklich für eine Energiewende getaugt hat.

Ein Ersatz für die Kohlefeuerung in Tiefstack kann aus vielen einzelnen Bausteinen bestehen, zu denen kann aber nicht die Verfeuerung von Holz gehören, das gerade jetzt als Baustoff zur Ablösung klimaschädlicherer Baustoffe gebraucht wird und auch beim Preis derzeit steil nach oben geht. Hier braucht die Wärmewende und die Planung für Tiefstack eine Überplanung, die den klimapolitischen Anforderungen entspricht.

Stephan Jersch ist seit 2015 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und gewählter Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf. Für die Fraktion DIE LINKE ist er Fachsprecher Umwelt und Energie, Landwirtschaft, Tourismus, Tierschutz und Bezirke.

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