Streit im Holzhafen eskaliert: Stadt will Zugang zu Hausbooten sperren

Für diesen Mittwoch hat die Stadt Hamburg durch ihren privaten Immobilienverwalter Gladigau angekündigt, die Zugänge zu mehreren Grundstücken im Moorfleeter Holzhafen zu sperren, wo zurzeit mehrere Boote liegen. Ein erster Versuch, die Zugänge abzuriegeln, war am 22. Dezember gescheitert. Einen Tag später wurde den Pächter*innen per Aushang eine Frist bis zum 7. Januar gesetzt, die Zuwegung und die Rettungswege bis dahin zu verlegen.

Dazu Stephan Jersch, Wahlkreisabgeordneter aus Bergedorf: „Im Stil eines mittelalterlichen Landlords versucht die Stadt mit Angst und Schikane die Nutzung von Liegeplätzen im Holzhafen unmöglich zu machen. Das dauerhafte Wohnen dort ist zwar nicht zulässig, aber die Grundstücke sind von der Stadt gepachtet und eine Nutzung muss sichergestellt werden – allein für mögliche Einsätze von Rettungskräften ist das unabdingbar. Dass der Zugang über ein Grundstück der Stadt zu einem verpachteten städtischen Liegeplatz nicht mehr möglich sein soll, ist ein Skandal. Was die Stadt und die von ihr beauftragte Immobilienfirma ohne ersichtliche Not dazu treibt, ist mir ein Rätsel. Kommunikation scheint keine Stärke der hier operierenden Firma zu sein.“

Zu den weiteren Plänen für das Hafengebiet in Moorfleet sagt Jersch weiter: „Die Große Anfrage der Linksfraktion zur Entwicklungsperspektive von Moorfleet wird am Freitag auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses stehen. Wie die Unzugänglichkeit städtischer Wassergrundstücke sich in diese Perspektive fügt, muss die Stadt erklären. Bis auf Weiteres muss jedenfalls der Zugang zu den Liegeplätzen durch die Stadt sichergestellt werden. Eine Entschuldigung der Stadt und der beteiligten Firmen für ihr rabiates Vorgehen über die Feiertage wäre mehr als angebracht.“