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Debatte: Geothermie als Schlüssel zur Wärmewende

Bürgerschaftsdebatte über die Geothermie als Schlüssel zur Wärmewende. Auf den Antrag von SPD und Grünen reagierte Stephan Jersch als energiepolitischer Sprecher der Linksfraktion am 28. Januar. (Michael Zapf/Hamburgische Bürgerschaft)

  • Geothermie als Schlüssel zur Wärmewende – Potenziale systematisch erschließen, Geothermie konsequent, wirtschaftlich und investitionsfreundlich entwickeln: Hamburger Wärmewende praxisnah umsetzen Geothermie als Schlüssel zur Wärmewende - Potenziale systematisch erschließen - Antrag der SPD- und GRÜNEN Fraktion - (22:59) - Drucksache 23/2709
  • Die gesamte Debatte ist hier als Video online. Die Rede von Stephan Jersch ist hier als Video online.
     

Stephan Jersch Die Linke:

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Eine
Strategie mehr in und für Hamburg: Man hat schon
das Gefühl – man könnte es wahrscheinlich bele-
gen –, dass es in Hamburg vor lauter Strategien ein
Umsetzungsdefizit gibt.

Im Rahmen der IBA 2008 wurde die Geothermie
zur Nutzung sozusagen als Projekt ausgeschrie-
ben. 2010 gab es erste geologische Ergebnisse,
und 2022 wurde tatsächlich – in wesentlich geringe-
rer Tiefe als ursprünglich erwartet – wärmeres Was-
ser gefunden. Aber was ist denn der Nutzen dieses
Projekts? Auf eine Anfrage haben die Hamburger
Energiewerke gesagt: Die Kosten der Wärmepum-
pen, die in Wilhelmsburg eingesetzt werden – und
es müssen mehrere gestaffelt eingesetzt werden,
weil das Wasser nicht die idealen Bedingungen
erfüllt –, sind ein Betriebsgeheimnis. Und die Be-
triebskosten? Dazu konnten keine belastbaren An-
gaben gemacht werden. Nicht jede Strategie macht
Sinn, wenn die Daten fehlen.

2009 hat Die Linke hier in der Bürgerschaft gesagt:
Die Linke ist für die Erforschung des Potenzials der
Tiefengeothermie. 16 Jahre später ist diese Aussa-
ge völlig richtig, aber es gilt, das Potenzial zu erfor-
schen und hier keine Strategie auf Sand zu setzen
– eins nach dem anderen –; so geht es nicht.
(Beifall bei der Linken)

Gerade rund um den Zukunftsentscheid, um den
Entscheid "UNSER HAMBURG – UNSER NETZ",
lassen Sie mich noch einmal deutlich betonen:
Auch Geothermie als Energiequelle gehört in öf-
fentliche Hand.
(Beifall bei der Linken)

Zwei von drei Erlaubnisfeldern zur Wärmeaufsu-
chung in Hamburg sind in privatem Besitz; dort
kann HanseWerk Natur nach Geothermie forschen.
Ein einziges ist im Besitz der Stadt, in einem Be-
sitz ihres Unternehmens. Schon das ist der völlig
falsche Ansatz. Und die Frage ist: Wie kommt so
etwas überhaupt zustande? Hier steht nichts, kei-
ne Aussage zur Sozialverträglichkeit und den zu
erwartenden Preisen; die Kostentransparenz fehlt
völlig. Welche Rolle soll Geothermie in Hamburg
außer der Grundlastfähigkeit sozialverträglich für
die Zukunft spielen? Dazu gibt es hier keine Aus-
sage. Bevor ich eine Strategie entwickle, muss ich
mich aber politisch darüber verständigen, was ich
für die Menschen und die Energiegerechtigkeit in
dieser Stadt erwarte und tun werde.
(Beifall bei der Linken)

Deswegen, lieber Kollege Mohrenberg, braucht
man mehr als zwei Bohrtürme; man braucht ein so-
ziales Konzept zur Umsetzung der Energieversor-
gung. Da kann ich nicht die Geothermie, die heute
im Prinzip extrem schwach aufgestellt ist ... Wir alle
wissen, dass das nur auf einer Aussage beruht,
dass da vielleicht mehr möglich ist in Zukunft; wir
alle wissen, dass es mehr braucht als diese schwa-
che Aussage.

Die gezielte Auswertung des Reallabors: Ist es
nicht ein Grundverständnis eines solchen Projekts
wie des Reallabors, dass es ausgewertet wird?
Wozu werden denn da Millionen von Euro in die
Forschung gesteckt? So geht es nicht. Es ist eine
Unverfrorenheit, dass das eines Antrags bedarf.
(Beifall bei der Linken)

Deswegen noch mal: Energieversorgung gehört in
öffentliche Hand, sie muss sozialverträglich sein,
und es muss Transparenz herrschen. Das ist im
Moment nicht gegeben; das leistet Ihr Antrag nicht,
und deswegen werden wir ihm so nicht zustimmen.
Ja zur Erforschung der Daten – nein dazu, auf
dieser Basis wieder eine Strategie in Hamburg zu
begründen. – Danke.

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