35 Jahre andauernde Atomkatastrophe Tschernobyl - Mahnung für weltweiten Atomausstieg
35 Jahre nach der Kernschmelze im Atomkraftwerk Tschernobyl ist das Thema Atomkraft immer noch nicht beendet – trotz dieser verheerenden Warnung, die noch heute große unbewohnbare Gebiete in der heutigen Ukraine hinterlässt. Tschernobyl und den Opfern, den Toten, den gesundheitlich Geschädigten und den heimatlos gewordenen kann man nur dadurch gerecht werden, dass Atomausstieg konsequenter betrieben werden muss. Die deutschen Atomkraftwerke sind zwar bald Geschichte mit einer tödlich strahlenden Hinterlassenschaft, aber noch gibt es in Deutschland zwei Atomfabriken in Lingen und Gronau, die mit ihrem Geschäft dafür sorgen, dass europaweit Atomkraft weiter genutzt wird. Mit dem Atomkraftwerk Brokdorf läuft, in direkter Nachbarschaft zu Hamburg, das Atomkraftwerk, das als erstes weltweit nach Tschernobyl in Betrieb genommen wurde und das erst Ende diesen Jahres abgeschaltet werden soll. Tschernobyl hat gezeigt, dass selbst eiserne Vorhänge nicht gegen Strahlung wirken. (Foto: AKW Krümmel bei Elbehochwasser 2013)
Die Atomkonzerne, allen voran Vattenfall, stecken nun noch 2,4 Milliarden Euro Entschädigung von Deutschland für den Atomausstieg ein. Und auch mehr als 60 Jahre nach dem ersten deutschen Atomkraftwerk ist die Frage der Endlagerung des hochradioaktiven Mülls immer noch nicht geklärt. Aus der Finanzierung haben sich die Atomkonzerne mit 24 Milliarden Euro freigekauft. Die absehbar höheren Kosten bleiben an den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern hängen. Die Atomkraftwerke mögen, zumindest in Deutschland, bald abgeschaltet werden – den Atommüll kann man nicht abschalten.
Zu allem Überfluss kommen im Windschatten jetzt die Nuklearfans wieder hervor, um für klimaneutrale Atomenergie zu werben. Die Europäische Union leistet bei ihren Klimazielen hier Beihilfe zur Förderung der Atomkraft, indem sie Atomkraft für die nationalen Energiemixe zulässt. Und der Gedanke auch noch den für die Energiewende notwendigen Wasserstoff mit Atomkraft zu erzeugen ist für die Relativierer des atomaren Risikos naheliegend.
35 Jahre nach Tschernobyl ist keines der Probleme, die uns die Atomkraft beschert hat wirklich gelöst. Zeitweise scheint es sogar darum zu gehen den kleinen nationalen Atomausstieg in Deutschland gegen die Atomlobby verteidigen zu müssen.

