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Debatte: Hamburgs Wärmewende strategisch organisieren: Öffentliche Gebäude als Ausgangspunkte für quartiersbezogene Nahwärmenetze nutzen

Bürgerschaftsdebatte im April 2026 zum Thema: Hamburgs Wärmewende strategisch organisieren: Öffentliche Gebäude als Ausgangspunkte für quartiersbezogene Nahwärmenetze nutzen. Für die Linksfraktion beteiligte sich der zuständige Abgeordnete Stephan Jersch mit einem Redebeitrag an der Debatte. (Foto: M.Zapf, Hamburger Bürgerschaft)

 

Antrag der CDU-Fraktion. Drucksache 23/3591 - Die gesamte Debatte ist hier als Video in der Mediathek der Bürgerschaft. Und hier als Video die Rede von Stephan Jersch. Die Rede im Wortlaut zum Thema: Hamburgs Wärmewende strategisch organisieren: Öffentliche Gebäude als Ausgangspunkte für quartiersbezogene Nahwärmenetze nutzen 

Stephan Jersch Die Linke:

Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren! Wenn
die heutige Wärmeversorgung in Hamburg ein
Kunstwerk wäre, wäre es eine Kohlezeichnung. Es
sieht tatsächlich ähnlich aus: 20,2 Prozent erneu-
erbare Energien bei der Wärmeversorgung. Gut,
die Stadt hat die Umstellung von Tiefstack in der
Planung, das GuD in Dradenau, Flusswärmepum-
pen; alles in Aussicht gestellt. Ich hoffe, dass der
Wärmepark in Dradenau schnell an den Start geht,
sonst werden noch ein paar Anfragen zu Wedel
fällig. Die Wärmewende ist der zentrale Hebel, aber
auch die größte Baustelle.

Insofern, liebe Kollegin Nerlich, ist mir gänzlich un-
klar, wie man im Zusammenhang mit der Wärme-
planung von Planungssicherheit reden kann. Ich
glaube, es gibt im Moment eher ein gewisses Maß
an Planungsunsicherheit.

Im Antrag fehlt natürlich – die Idee finde ich nicht
uninteressant – eine aktive Entwicklungsstrategie.
Der Nahwärmecheck ersetzt keine Quartierslösun-
gen. Quartierslösungen scheitern nicht an der Tech-
nik – sie scheitern an Zuständigkeiten, an der
Finanzierung und an einer fehlenden Gesamtpla-
nung. Es wird nicht aufgeführt, wer der Treiber in
diesem ganzen Prozess sein soll, wer die Potenzia-
le letztlich heben soll.

Eine große Kritik sehen wir auch darin, dass es ei-
ne – schon logischerweise – fehlende zeitliche Syn-
chronisierung zwischen der Sanierung oder dem
Neubau öffentlicher Gebäude im Gegensatz zum
Takt der Quartiersentwicklung gibt. Was auch fehlt,
sind die finanziellen und personellen Ressourcen,
die Sie dafür einplanen wollen, denn von allein pas-
siert das natürlich nicht. Sie erwähnen zwar die
Hamburger Energiewerke, aber die klare Rolle der
Hamburger Energiewerke hat sich mir aus diesem
Antrag nicht erschlossen: Sind sie Treiber? Sind sie
Dienstleister? Sind sie Kooperationspartner? Was
davon sollen die Hamburger Energiewerke in die-
sem Zusammenhang denn darstellen?

Dann die kommunale Wärmeplanung mit ihren vie-
len weißen Flecken in der Stadt, die mich überra-
schen; ich nenne nur mal Neuallermöhe-Ost: Es ist
eine Überraschung, dass das tatsächlich sich selbst
überlassen wird – es wäre doch ein idealer Platz
für eine Quartierslösung, kann ich hier nur anfügen.
Aber die Leute dort werden mit diesem Antrag auch
nicht wirklich weiterkommen. Ich denke, da muss
im Interesse der Stadt und der Energiesicherheit
nachgebessert werden.

Und zur langfristigen Wirtschaftlichkeit, die Sie an-
führen: Die Stadt macht an der einen oder anderen
Stelle mit Sicherheit etwas Unvernünftiges – das
kann passieren –, aber dass sie langfristig unwirt-
schaftliche Sachen plant, würde ich ihr nicht unbe-
dingt unterstellen wollen. Als Beispiel nenne ich die
Investition in den Rückkauf der Wärmenetze, der
Energienetze an sich: eine hervorragende Investiti-
on – die damals auf Ihren Widerstand gestoßen ist,
wenn ich mich nicht ganz schlecht erinnere.
(Beifall bei Michael Gwosdz GRÜNE)

Letztlich, alles in allem hilft uns dieser Antrag bei
der Wärmewende in Hamburg aber nicht wirklich
weiter, und deswegen werden wir ihm nicht zu-
stimmen. – Danke.
(Beifall bei der Linken)

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