Entsiegelung ohne Plan: „Abpflastern“ wird zum Rohrkrepierer
Von über 2200 Vorschlägen für Entsiegelungen von öffentlichen Flächen im Rahmen des Abpflastern-Wettbewerbs 2025 wurden gerade einmal zehn umgesetzt. Das ist eine Umsetzungsquote von 0,45 Prozent. Dies geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Fatal ist dabei, dass der Senat nicht beziffern kann, wie viel Fläche 2025 durch Bauprojekte im Gegenzug neu versiegelt wurde - die Daten werden nicht statistisch erfasst. Ob entsiegelte Flächen entsiegelt bleiben, ist zudem weitgehend dem Zufall überlassen: Nur bei RISA-geförderten Projekten gilt eine Fünf-Jahres-Frist. Bei allen anderen Flächen kann eine Neuversiegelung nicht verhindert werden. Dazu Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft:
„Die Botschaft an engagierte Hamburger*innen ist deutlich: Beteiligt euch – aber erwartet nichts. Der Abpflastern-Wettbewerb ist das, was rauskommt, wenn Klimaanpassung ohne Ressourcen, ohne Verbindlichkeit und ohne politischen Willen betrieben wird. Plakatierung und Postkarten ersetzen keine Strategie und zwei Quadratmeter entsiegelte Fläche in Hamburg-Mitte sind kein Erfolg - sie sind ein Armutszeugnis. Hamburg braucht keine ins Leere laufenden Wettbewerbe, Hamburg braucht verbindliche Entsiegelungsziele, ausreichend finanzierte Bezirke und eine ehrliche Bilanz von Versiegelung und Entsiegelung. Wie sonst will die Stadt eine Netto-Null-Versiegelung erreichen?“
Die Schriftliche Kleine Anfrage Drs.23/4447 ist hier als PDF online.

