Dreiste Preiserhöhung: Hamburger Energiewerke torpedieren Antriebswende
Aktuell erhalten E-Mobilitätskund*innen der Hamburger Energiewerke (HEnW) Kündigungsschreiben ihres Ladetarifs verbunden mit dem Angebot des Neuabschlusses zu höheren Preisen. Auf der Website der HEnW wird dies folgendermaßen begründet: „Die bisherige Tarifstruktur ist veraltet und berücksichtigt nicht das unterschiedliche Ladeverhalten unserer Kunden. Zudem waren Ladevorgänge und Rechnungen erst mit der Quartalsrechnung einsehbar. Aufgrund zahlreicher Kundenrückmeldungen haben wir ein modernes Tarifangebot und die neue App „HEnW Drive“ entwickelt.“
Bisher zahlten HEnW-Kund*innen für das langsame (AC) und schnelle (DC) Laden einheitlich 49,9 Cent pro Kilowattstunde (kwh). Nach der Preiserhöhung steigen diese Preise auf 59 Cent für langsames und 69 Cent für schnelles Laden. Gegen eine monatliche Grundgebühr von 4,99 € ermäßigen sich diese Preise um 10 Cent/kwh. Ebenso erhalten Haushaltsstromkund*innen der HEnW die ermäßigten Preise ohne zusätzliche Grundgebühr.
Dazu Stephan Jersch, umweltpolitische Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Eine Preiserhöhung um bis zu 38% ist schlicht Abschreckung. E-Mobilität muss für alle Menschen bezahlbar sein, die auf ein Auto angewiesen sind. Dieses Ziel wird vom städtischen Unternehmen Hamburger Energiewerke torpediert. Konkret kostet das Vollladen eines typischen Mittelklasse-PKW plötzlich 15 Euro mehr.“
Vom Hamburger Senat verlangt Jersch in einer Kleinen Anfrage Auskunft darüber, aufgrund welcher Zahlen eine derartige Erhöhung gerechtfertigt wird. „Der Senat muss durchsetzen, dass auch die städtischen Unternehmen sich den Zielen im Klimaplan verpflichtet fühlen und bezahlbare E-Mobilität sicherstellen.“, so Jersch weiter.
- Die Schriftliche Kleine Anfrage, die wir heute einreichen, finden Sie hier als PDF.

